Pressespiegel

2020

  • 13.01.2020 - Neue Pflegeeinrichtung im Blumenviertel

    Die Sanivest Projekt GmbH stellt ihren neuen Pflegedienst im Wohnheim- Komplex für Senioren im Blumenviertel vor. Hier soll eine Kurzzeitpflegestation eingerichtet werden.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Ilmenau – Zwischen Leitern und Stützen, auf Betonplatten und Leitungsrohren balancieren müssen Christine und Sascha Zwinscher vom Pflegeanbieter „Medizinische Krankenpflege Zwinscher“, um am frühen Morgen durchs Gewirr der Baumaterialien, Korridore und Zimmerfluchten der offenen Räume von einem Stockwerk ins nächste zu gelangen. Die Adresse Blumenstraße 2 ist halt noch eine Baustelle. Oben „unterm Dach“ erwartet die Besucher eine Bau-Überraschung. Das zweite Obergeschoss ist kein Dachgeschoss alter Prägung, sondern ein Stück offene Veranda unter freiem Himmel. „Der Teil des Daches, der jetzt wegen eines besseren Innenausbaus darübergelegt wurde, wird später wieder zurückgebaut“, sagt Thorlaf Bäring, Geschäftsführer von „sanivest Projekt“ Ilmenau: „Dann können die Bewohner direkt in den Himmel schauen.“

    Zu hören ist in den Räumen an der Seite zur Erfurter Straße so gut wie nichts von außen. Außenwand und Fenster verfügen über eine für Laien überraschend gute Schalldämmung gegenüber der viel befahrenen Straße. „Das war eine Bedingung für diesen Standort direkt an der Hauptstraße durch Ilmenau“, erklärt Bäring. Trotz Baustelle vom Keller bis unters offene Dach bleibt der Optimismus von Mutter und Sohn Zwinscher aus Frankenberg in Sachsen als neue Pflegedienstleister ungebrochen, als Thoralf Bäring inmitten des Baustellengewirrs bekräftigt: „Am 1. April wird das neue Objekt in der Blumenstraße 2 eröffnet und der Geschäftsbetrieb schrittweise aufgenommen.“

    Im ersten Schritt wird der neue Pflegedienst ab April mit zwei Wohngemeinschaften mit neun und zehn Plätzen im ersten Obergeschoss seine Arbeit aufnehmen. Einen Monat später, am 1. Mai, soll im Erdgeschoss eine Kurzzeitpflegestation eröffnet werden, die es so in Ilmenau noch nicht gibt. „Der Bedarf ist da“, sind Christine und Sascha Zwinscher überzeugt, „auch in der Anzahl der 15 bereitgestellten Plätze“.

    Im zweiten Obergeschoss befinden sich zehn komfortable Zwei-Raum- Wohnungen, jede mit eigener Loggia und gemeinschaftlicher Dachterrasse. Für den Standort Ilmenau wurde eine neue Gesellschaft mit dem Namen „Pflege-Dienstleistungen Zwinscher GmbH“ gegründet. Sascha Zwinscher ist Ansprechpartner. Die „Medizinische Krankenpflege Zwinscher“ ist Teil eines aus Sachsen stammenden Familienunternehmens mit rund 350 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören zwei Pflegeheime, drei Kurzzeit- und Verhinderungspflegeeinrichtungen, drei ambulante Dienste, eine Tagespflege, mehrere Wohngemeinschaften sowie zwei Physiotherapie-Praxen und ein Kindergarten mit Hort und Krippe.

    Übergeordnetes Ziel für das neue Projekt im Blumenviertel ist es, für Ilmenau die Versorgung beim altersgerechten Wohnen und der Kurzzeitund Verhinderungspflege zu verbessern. Letzteres ist in einem Verhinderungsfall von Angehörigen oder nach einem Krankenhausaufenthalt sehr wichtig und in der Region schwer zu bekommen.

    Es gehe nicht nur um zeitgemäßen Wohnkomfort, sondern auch um angenehme Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte, sagen die Betreiber. Jede Versorgungsform – Wohngemeinschaft oder Kurzzeitpflege – ist auf einer Etage stationiert. „Und wenn es darauf ankommt, packe ich auch mit an. Das ist in einem Familienunternehmen so. Außerdem verlernt man dabei nicht, wie schwer die Arbeit mit den zu Pflegenden ist“, sagt Christine Zwinscher. Auch moderne Pflegehilfsmittel sollen dem Personal die tägliche Arbeit erleichtern. „Das ist selbstverständlich“, sagt sie. Außerdem habe jeder Gast der Kurzzeitpflege und jeder Bewohner der Wohngemeinschaft sein Einzelzimmer mit eigenem Duschbad.

    Das neue Haus bietet für Pflegefachkräfte fünf neue Arbeitsplätze in der Kurzzeitpflege und vier im ambulanten Dienst. Hinzu kommen noch einmal rund 15 Pflegehilfs-, Betreuungsund Hauswirtschaftskräfte.

    Die Kurzzeitpflege wird ein Angebot für pflegebedürftige Menschen sein, die zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt weiterer Nachsorge bedürfen. Ebenso gilt das für Menschen, die erstmals pflegebedürftig geworden sind und für die Möglichkeiten der zukünftigen Versorgung gesichert werden sollen. Außerdem ist die Kurzzeitpflege oder die Verhinderungspflege ein Entlastungsangebot für pflegende Angehörige. Einen Angehörigen zu Hause zu pflegen, ist ein Fulltime-Job, neben der körperlichen Belastung oft begleitet von psychischer Beanspruchung der Pflegenden. Hier entsteht ein Angebot, die pflegebedürftigen Angehörigen auch für eine Zeit der eigenen Erholung im Urlaub unterzubringen. Dafür sind 15 Plätze vorgesehen.

    Die Seniorenwohngemeinschaft bedeutet ganz normales Wohnen in einer Gemeinschaft in einer barrierefreien und altengerechten Wohnung mit eigenem Zimmer, Gemeinschaftsraum, Bad, Küche, Beratung, Vermittlung von Hilfen und Diensten, Freizeitangeboten, Essens- und Getränkeversorgung, Hausnotruf, Wohnungsreinigung, Wäschedienst, Hol- und Bringedienst sowie ambulanter Pflege/ Krankenpflege. Die gemeinsame Haushaltführung beruht auf dem Solidarprinzip, ähnlich einer Familie.

2019

  • 28.12.2019 - Holzbauweise: Uralt und wieder hochmodern

    Der nachwachsende Rohstoff Holz dient dem Menschen seit Tausenden von Jahren als natürlicher Baustoff. Auf der Tagung „100 Jahre Bauhaus – Holzbau im 21. Jahrhundert“ ist Holz der Zukunftswerkstoff. Eine Ilmenauer Firma baut schon jetzt damit.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Ilmenau/Weimar – Die Wege von Holz, die jüngst auf der Tagung unter dem Titel „100 Jahre Bauhaus – Holzbau im 21. Jahrhundert“ in Weimar stattfand, sind keine „Holzwege“. Maßgeblich an den Entwicklungen beteiligt ist mit Professor Erik Findeisen ein Wissenschaftler aus Ilmenau. Findeisen ist nicht nur Vorstandsmitglied im Landesbeirat Wald & Holz Thüringen e.V. (www.waldund- holz-thueringen.de), sondern lehrt und forscht als Dekan der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst an der Fachhochschule Erfurt auf diesem Gebiet.
    Die Tagung richtet sich dabei an eine innovative und wertschöpfende Holzverwendung in einer regional wirksamen Kreislaufwirtschaft. Ein wesentliches Ziel ist es, die wertschöpfende Verwendung des im Freistaat Thüringen gewachsenen Holzes zukünftig besser zu nutzen, Energieund CO2-sparende Materialien und Technologien und damit aktiven Klimaschutz zu fördern; regional gut verteilte Arbeitsplätze und eine Identitätsstärkung im ländlichen Raum zu sichern und zu schaffen. Außerdem sollen zukunftsgerichtete Innovationen und Forschung Thüringer Spitzencluster eingebunden werden und dadurch in Thüringen auf der Basis eines vor Ort nachwachsenden Rohstoffes – und damit nicht auf Kosten anderer Regionen und Menschen – eine beispielhafte Wirtschaftsweise zu etablieren. „Damit kann auch ein Beitrag zur Sicherung einer verantwortungsvollen multifunktionalen Waldbewirtschaftung geleistet und der Tourismus gestärkt werden“, so Erik Findeisen.

    Neue Wege gehen

    Der moderne Holzbau spielt hierbei eine enorme Rolle, da die gegenwärtige Bauwirtschaft über ein Drittel unseres gesellschaftlichen CO2-Ausstoßes verursacht. Es könne im Interesse der jungen Generationen ein Prozess angestoßen werden, der die ländlichen Regionen wieder attraktiver für junge Menschen mache, unseren nachfolgenden Generationen weniger Recyclingaufwände beschere und einer gesunden Lebensweise zuträglich sei. „Wir müssen neue Wege gehen“, fordert auch Jan Hassan vom Vorstand des „Landesbeirates Wald und Holz“ mit Blick auf die Bauwirtschaft generell und auf den Wohnungsbau im Besonderen. „Der Holzbau spielt dabei eine große Rolle. Stahl und Beton, das sind die Baustoffe des letzten Jahrhunderts. Ihr Energieverbrauch ist immens, ihr CO2-Ausstoß ist gewaltig.“
    Staatssekretär Klaus Sühl, der an diesem Tag als geschäftsführender Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft für Birgit Keller, die an diesem Tag zur Landtagspräsidentin berufen wurde, an der Tagung teilnahm, bekräftigte die Organisatoren in ihrem Anliegen: „Sie haben das richtige Gespür für das richtige Thema.“ Holz sei der richtige, weil gesunde und nachhaltige Baustoff, dessen Verwendung in Thüringen schon vor sechstausend Jahren nachgewiesen wurde und wo Thüringen eine großartige Holzbautradition nachweisen könne. Derzeit wachsen in Thüringen jährlich 5,8 Millionen Kubikmeter Holz nach, das enorme Mengen an CO2 bindet. Die Verwendung von Holz in der Bauwirtschaft sei ein wichtiger Beitrag für eine umweltsensible Kreislaufwirtschaft.

    Ein aktuelles Thema

    Schon im Bauhaus habe man sich, so Sühl, mit Holz als Baustoff beschäftigt und für den Bau von kompaktem und bezahlbarem Wohnraum verwendet. „Bauen mit Holz ist ein uraltes, jetzt wieder hochaktuelles Thema!“
    Der Pflege-Wohn-Komplex im Ilmenauer Blumenviertel mit etwa 1 200 Quadratmetern ist schon die zweite attraktive Senioren-Wohneinheit der Firma Sanivest Wohnen in diesem Wohngebiet nach dem Neubau im Asternweg nur wenige Meter darunter. „Wir setzen bewusst auf Holz“, erklärten die beiden Geschäftsführer Thoralf Bäring und Jens Hertzer. „Die Tragkonstruktion, die Wände, die Decken sind alle aus Holz, aus massivem Holz.“ Die Wand- und Bohlenstärken bewegen sich zwischen zehn und 160 Millimeter des Fichtenholzes.

    Wahre Wohlfühloase

    Im Erdgeschoss sind Räume für eine Kurzzeitpflege für 15 Personen geplant. Im 1. Obergeschoss sollen zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für jeweils neun bis zehn Personen ihr Zuhause finden. Im 2. Obergeschoss entstehen zehn Wohnungen für betreutes Wohnen, bei denen im Bedarfsfall Pflegedienstleistungen in Anspruch genommen werden können. Die gesamte Anlage ist – nicht zuletzt wegen der großzügigen Verwendung von Holz als Baumaterial – als Wohlfühloase gestaltet.
    Vor vier Jahren hatten sich Bäring und Hertzer ganz bewusst für den Baustoff Holz entschieden. Ästhetische und heute so wichtige Umweltgründe spielten dabei nicht einmal die größten Rollen. Um ihre Ideen nach freundlichen Pflege- Komplexen für Senioren umsetzen zu können, fanden sich einfach nicht genügend gut ausgebildete Fachleute vor Ort vor. Eine Situation, die mit den fehlenden Bauleuten und Handwerkern der verschiedensten Branchen der heutigen sehr ähnlich war, wenn auch noch nicht so zugespitzt. Die junge Firma Sanivest entschied sich für einen Bau mit einem sehr hohen Anteil an Vorfertigung. Diesen Anteil von mindestens 15 Prozent bot der Bau mit hohem Einsatz von Holz. Allerdings – und auch das sagen Bäring und Hertzer ganz offen – steigt der Anteil an der Vorplanung enorm.

    Gesetzen weit voraus

    Dabei sind Bäring und Hertzer teilweise den gegenwärtigen Bestrebungen der Bundesregierung zur CO2-Einsparung weit voraus. Unter gegenwärtigen Bedingungen ist der Bau mit Holz zwar umweltfreundlicher, aber noch teurer, „solange der wirkliche CO2-Ausstoß noch keine Wertigkeit besitzt. Zur Geltung kommen die Umweltvorteile von Holz ihren Berechnungen nach, wenn CO2 rund 60 bis 80 Euro pro Tonne kostet.
    Professor Erik Findeisen sprach sich in seinem Vortrag für „Holz auch aus der Verantwortung für nachhaltiges Bauen“ aus. Holzbau, das seien „klare Formen, helle Räume, bezahlbarer Wohnraum“, das seien Handwerk und Kunst, das sei „modernes Bauen mit menschlichem Antlitz“. Es diene dem Wohl der Menschen und der Natur. Holz sei der Rohstoff, „der zur Genüge in Thüringen nachwächst“.
    An dieser Stelle machte Professor Findeisen auf eine Diskrepanz aufmerksam: Thüringen exportiere zwar Holz nach Süddeutschland, nach Österreich, in die USA und nach Großbritannien, aber vorwiegend als Halbfertigware. „Der Prozess der Wertschöpfung aus und mit Holz findet außerhalb Thüringens statt. Wir sind aufgerufen, die Wertschöpfung Holz wieder nach Thüringen zurückzuholen. In den zurückliegenden 30 Jahren seien viele holzverarbeitende Betriebe in Thüringen eingegangen. Die Wertschöpfung findet jetzt außerhalb Thüringens statt.

    Mein Freund der Baum

    Auf die Verwendung von österreichischer Fichte bei Sanivest für den Senioren-Wohnkomplex angesprochen, meinte Findeisen: Es könne sogar sein, dass Sanivest durchaus Thüringer Fichte verwendet habe, die allerdings vorher nach Österreich exportiert und dort „veredelt“ worden sein könnte.
    In zwei bemerkenswerten Diskussionsbeiträgen sprachen sich der österreichische Forstwissenschaftler Dr. Erwin Thoma und der Schweizer Bau-Unternehmer Konrad Merz für Holz als zukunftsfähigen Baustoff aus. Thomas Rede war dabei ein geradezu hymnisches Epos an den Baum und den Wald, das in dem Aufruf an die vielen jüngeren Zuhörer im voll besetzten Saal gipfelte: „Ihr könnt studieren was ihr wollt – so schlau wie ein Baum, so schlau wie der Wald werdet ihr nicht!“ Thoma erinnerte auch an das emotionale Moment des Waldes: „Ich kenne niemanden, den der Wald nicht anrührt.“ Trotzdem hätten viele Menschen die Verbindung zur Natur verloren.
    Auch ganz rational seien Wald und Bäume ein Gewinn: Rund 50 Prozent des Weltenergieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes entfallen auf die Bauwirtschaft. Holz könne hier eine entscheidende Veränderung bewirken: „Jeder Baum ist ein Beispiel für aktiven Energieaustausch.“ Thoma plädierte – wie auch Konrad Merz als sein nachfolgender Redner – für Holz als Baustoff der Wärme und der Kultur. „Wir haben Städte gebaut, die sind in fünfzig Jahren Sondermüll. Die Balkenhäuser aus dem Mittelalter stehen heute noch und sind Beispiele für Wärme- und Kältedämmung!“ Als „begeisterter Unternehmer“ plädierte Thoma, die Herausforderung durch das Klima mit dem Baustoff Holz anzunehmen: „Holz ist die Lösung. Die bringt uns sozusagen der Oberförster aus dem Wald.“

    „Ganz aus Holz“

    Der Bauingenieur und Wirtschaftsorganisator Konrad Merz konnte für gute Beispiele von Bauen mit Holz aus seiner 25-jährigen Tätigkeit an vielen der außergewöhnlichsten Holzbauprojekte Europas verweisen. „Der Holzbau zieht in Deutschland gerade etwas an; in Österreich und der Schweiz gilt das schon länger“, sagte er und präsentierte Beispiele wie eine Reithalle in Dornbirn „mit Holz aus dem eigenen Wald des Gestütseigners“, eine Bergkapelle in den Alpen über dem Bodensee, Studentenwohnheime wie auch eine Europa-Schule in Frankfurt am Main „ganz aus Holz“. Die technischen Möglichkeiten im vorgefertigten Holzbau erweitern sich seiner Überzeugung nach stetig und die bislang lückenhafte digitale Kette von Entwurf, Konstruktionsplanung und Fertigung schließt sich. Mit dem „Low Tech“ Holz wird „High Touch“ zum Bauer geschaffen, ist Konrad Merz aus Erfahrung überzeugt.
    Neben den Senioren-Heimen von Sanivest im Ilmenauer Blumenviertel gibt es im südlichen Ilm-Kreis weitere, bemerkenswerte Beispiele: So der Kindergarten-Anbau in Möhrenbach, natürlich Teile der neuen Schwimmhalle in Ilmenau, aber auch die Planung des GutsMuths- Rennsteiglaufvereins, in Schmiedefeld ein vielseitig verwendbare „Rennsteig-Sporthalle“ mit Büros des Vereins zu bauen.
    So kommt Holz auf vielen Wegen als Baustoff der Zukunft wieder zurück. Es kommt darauf an, den nachwachsenden Rohstoff sinnvoll einzusetzen, so der Tenor der Fachleute.

  • 18.10.2019 - Gemeinsam lebt es sich im Alter besser

    Als Bewohner einer selbstinitiierten Seniorenwohngemeinschaft berichtete Henning Scherf vor Ilmenauer Senioren von seinen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich: Gemeinsam altert es sich besser.
    Von Jessie Morgenroth, Freies Wort

    Ilmenau – Für die erste Veranstaltung der Sanivest-Seniorenakademie hat sich das Unternehmen, das sich hauptsächlich auf die Erstellung von Projekten im Bereich des Senioren- Wohnens spezialisiert hat, keinen geringeren als Bremens ehemaligen Bürgermeister Henning Scherf eingeladen. Im Gemeinschaftsraum des neuen Wohnobjektes im Ilmenauer Asternweg (Blumenviertel) wollte er mit den zahlreichen Gästen aber nicht über Politik, sondern über ein privates Thema reden: Das Leben in einer Seniorenwohngemeinschaft.
    Mit nicht einmal fünfzig Jahren, als die drei Kinder flügge geworden sind, beschlossen Henning Scherf und seine Frau Luise, nicht alleine in ihrem Haus alt werden zu wollen, sondern eine Wohngemeinschaft mit zehn Freunden, die sich in der gleichen Situation befanden, zu gründen. Nachdem das passende Haus – ein altes Gebäude im Bremer Bahnhofsviertel – gefunden war, tat sich jedoch bereits das erste Problem auf: Die Finanzierung. „Wir haben 800 000 D-Mark gebraucht, doch die Bank wollte von so einem Wohnprojekt nichts wissen“, erläuterte der Referent. Nachdem diese Hürde genommen war, dauerte es ein Jahr, um das auserkorene Objekt entsprechend umzubauen. Aus den zwei Ebenen wurden fünf mit jeweils knapp 100 Quadratmetern Fläche.
    „Wir haben das Haus so ausgebaut, dass wir auch Gastgeber für zum Beispiel unsere Kinder und Enkelkinder sein können“, erklärt Scherf. Und auch wenn jede Partei ihr eigenes Wohnreich hat, so pflegen alle Hausbewohner ein enges, freundschaftliches Verhältnis miteinander. Als Tradition hat sich das gemeinsame Sonntagsfrühstück etabliert, bei dem jeder abwechselnd als Gastgeber fungiert. Ebenso fahren die Bewohner gemeinsam in den Urlaub.
    Dass das gemeinsame Altwerden aber nicht ausschließlich positive Aspekte mit sich bringt, wurde den Bremern zwei Jahre nach ihrem Zusammenziehen bewusst. Schneller als erwartet, wurden sie mit einem Thema konfrontiert, mit dem sie bis dato noch lange nicht gerechnet hatten: Dem Tod. Eine Bewohnerin wurde – mit Anfang 50 – sterbenskrank und äußerte den Wunsch, trotzdem weiterhin in der Wohngemeinschaft leben zu dürfen. „Wir haben uns alle versprochen, uns nicht alleine zu lassen. Und so haben wir auch unsere Freundin bis zu ihrem Tod nie alleine gelassen und uns um sie gekümmert“, erläuterte Scherf, der mit seinen Ausführungen ein Gänsehautgefühl erzeugte.
    Auch in den darauffolgenden Jahren wurden die Bewohner mit weiteren Todesfällen konfrontiert. Nachdem ein weiterer Hausbewohner, ein Priester, verstorben war, zog ein verwitweter Pastor in die freigewordenen Räumlichkeiten ein, der den Tod seiner Frau nicht verkraftete und einsam in seiner Trauer lebte. Mit dem Umzug in die Wohngemeinschaft änderte sich dieser Umstand. „Der Pastor ist nach langem Überlegen eingezogen und hat sich liebevoll eingerichtet. Mittlerweile hat er sogar wieder eine neue Freundin gefunden, außerdem spielt er Posaune und kann sehr gut kochen“, beschrieb Scherf die positiven Auswirkungen des Zusammenlebens.
    Schließlich entschieden sich die Senioren vor wenigen Jahren, eine Flüchtlingsdame mit ihren drei Kindern einziehen zu lassen. Laut Henning Scherf seien Kinder schließlich das beste Lebenshilfsmittel für „alte Leute“, wobei auch die Älteren als Hilfe für die Jüngeren fungieren können, sodass ein gegenseitiges Geben und Nehmen besteht. Aktuell leben zwölf Personen in dem Bremer Haus, das eigentlich für zehn ausgelegt ist.
    „Wir müssen das Beste aus dem Alter machen und es als Geschenk sehen“, erklärte Scherf seinen Zuhörern und gab weitere Tipps: „Man sollte nicht alleine bleiben, sondern von mehreren Generationen umgeben sein. Und man muss etwas zu tun haben. In Pflegeheimen besteht oft das Problem, dass die Senioren nichts zu tun haben, sie bekommen alles gemacht. Dabei muss man die älteren Menschen am Leben mitmachen und teilhaben lassen“.
    Ebenso seien durch das gemeinsame Wohnprojekt die eigenen Kinder entlastet, da diese nicht ständig besorgt sein müssen, ob die Eltern ihren Alltag noch bewältigen können. Nichtsdestotrotz ist Scherf auch bewusst, dass so eine Art des Zusammenlebens nicht für alle Senioren tauglich ist. Der Anmerkung, dass viele Menschen gerade im Alter nicht aus ihrem gewohnten Umfeld, ihrem jahrelang abbezahlten Haus ausziehen möchten, pflichtete der ehemalige Bürgermeister bei. „Wir können nicht alle erreichen, doch wir können es als positives Beispiel vorleben.“

  • 05.02.2019 - Alters-WG statt Altersvorsorge?

    sanivest Ilmenau zeigte OB Schultheiß und seinen Mitarbeitern eine neue Form des altersgerechten Wohnens im Ilmenauer Blumenviertel. Sogar ein Wohnen zur Probe wird angeboten.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Ilmenau – Nichts weniger als einen Paradigmenwechsel forderte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß am vergangenen Freitag, während er auf Einladung der Firma Sanivest den funktionellen Neubau für seniorengerechtes Wohnen am Asternweg besuchte. Die beiden Sanivest-Geschäftsführer Thoralf Bäring und Jens Hertzer hatten den OB, IWG-Chefin Karsta Rödiger und weitere offizielle Vertreter der Stadt wie Bauamtsleiter Thomas Schäfer und die Stadträte Kurt Retzlaff (Bauausschussvorsitzender) und Rolf Macholdt zur Besichtigung mit Mittagessen aus der hauseigenen WG-Küche eingeladen.
    Im Asternweg 2 (Wohngebiet Blumenviertel) wohnen derzeit zwei Seniorinnen in der Sechser-Wohngemeinschaft im Erdgeschoss; von den drei seniorengerechten Wohnungen im Obergeschoss sind zwei belegt. Thoralf Bäring rechnete aus, dass seinem Wissen nach rund 6700 Menschen in Ilmenau über 65 Jahre leben, für die diese Wohnformen zugeschnitten sind.

    Günstiger als Eigenheim

    Auch die Rechnung, die er mit zwölf Euro Kaltmiete und 3,50 Euro Betriebskosten pro Quadratmeter für die Mikro-Wohnung der Wohngemeinschaft (WG) und den Drei-Zimmer- Wohnungen im Obergeschoss aufmachte, stimmte: „Die Kosten für unsere Wohnungen sind letztendlich nicht höher, als sie ein Ehepaar oder eine allein wohnende Person im eigenen Haus hat.“
    Die unvorhergesehenen Belastungen für die Senioren seien da nicht mit drin. Demgegenüber stellten Bäring und Hertzer solche Vorteile wie Sportraum und Sauna im Keller und einen frei nutzbaren Garten hinterm Haus mit Gewächshaus heraus. Bauamtsleiter Thomas Schäfer nannte das Haus im Asternweg 2 „eine weitere Facette unter den Angeboten für altersgerechtes Wohnen“. Er vermutet aber bei vielen potenziellen Senioren so etwas wie „Schwellenangst“ vor Neuem.
    An dieser Stelle setzte Schultheiß mit seiner Forderung nach einem Paradigmenwechsel an: Er stellte das eigene Haus als viel gepriesene Altersvorsorge in Frage. Hinzu komme, dass bisher seniorengerechtes Wohnen meist mit einem Pflegeansatz verbunden ist. „Eigenverantwortung und die Entscheidungen auch im Alter selbst zu treffen, das fällt vielen Senioren noch schwer. Darauf haben sich viele nicht eingestellt.“
    Unwissen über das Haus im Asternweg 2 sei ohnehin noch sehr verbreitet, erzählte Thorsten Bähring: „Auch nach fast einem Jahr denken noch immer viele Ilmenauer, hier im Asternweg 2 befindet sich ein Kindergarten oder ein Pflegeheim.“
    Nicht nur die beiden WG-Bewohnerinnen Karin Bäring und Irene Hardt waren von dem Wohnangebot und den dazugehörenden Dingen angetan. „Was ich wollte, hat sich erfüllt“, sagte Irene Hardt, die von Berlin nach Ilmenau umgezogen ist. Allerdings wissen die beiden WG-Bewohnerinnen auch, was potenzielle Mitbewohner derzeit am Haus stört: „Die Baustelle; die mangelnde Infrastruktur, keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, keine Busverbindung.“ Erst wenn diese strukturellen Mängel überwunden sind, rechnen die Seniorinnen mit mehr Zuspruch.
    Nicht alle Argumente sind für die beiden Geschäftsführer vollständig nachvollziehbar. Sie haben in Gesprächen auch erfahren, „dass die dominierende Farbe Anthrazit am Haus oft noch mehr Diskussionsstoff bietet als die Kosten für die Wohnung oder die Wohngemeinschaft.“
    Jetzt versuchen es die Geschäftsführer mit einer Überzeugung durch das Faktische: Probewohnen im Asternweg 2 ist angesagt. „Wie lange so ein Probewohnen dauert, wird individuell vereinbart.“ Dass danach gleich ein Umzugstermin gebucht wird, ist zwar nicht sicher, aber nach Überzeugung von Thoralf Bähring und Jens Hertzer nicht ausgeschlossen.

2018

  • 18.10.2019 - Gemeinsam lebt es sich im Alter besser

    Als Bewohner einer selbstinitiierten Seniorenwohngemeinschaft berichtete Henning Scherf vor Ilmenauer Senioren von seinen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich: Gemeinsam altert es sich besser.
    Von Jessie Morgenroth, Freies Wort

    Ilmenau – Für die erste Veranstaltung der Sanivest-Seniorenakademie hat sich das Unternehmen, das sich hauptsächlich auf die Erstellung von Projekten im Bereich des Senioren- Wohnens spezialisiert hat, keinen geringeren als Bremens ehemaligen Bürgermeister Henning Scherf eingeladen. Im Gemeinschaftsraum des neuen Wohnobjektes im Ilmenauer Asternweg (Blumenviertel) wollte er mit den zahlreichen Gästen aber nicht über Politik, sondern über ein privates Thema reden: Das Leben in einer Seniorenwohngemeinschaft.
    Mit nicht einmal fünfzig Jahren, als die drei Kinder flügge geworden sind, beschlossen Henning Scherf und seine Frau Luise, nicht alleine in ihrem Haus alt werden zu wollen, sondern eine Wohngemeinschaft mit zehn Freunden, die sich in der gleichen Situation befanden, zu gründen. Nachdem das passende Haus – ein altes Gebäude im Bremer Bahnhofsviertel – gefunden war, tat sich jedoch bereits das erste Problem auf: Die Finanzierung. „Wir haben 800 000 D-Mark gebraucht, doch die Bank wollte von so einem Wohnprojekt nichts wissen“, erläuterte der Referent. Nachdem diese Hürde genommen war, dauerte es ein Jahr, um das auserkorene Objekt entsprechend umzubauen. Aus den zwei Ebenen wurden fünf mit jeweils knapp 100 Quadratmetern Fläche.
    „Wir haben das Haus so ausgebaut, dass wir auch Gastgeber für zum Beispiel unsere Kinder und Enkelkinder sein können“, erklärt Scherf. Und auch wenn jede Partei ihr eigenes Wohnreich hat, so pflegen alle Hausbewohner ein enges, freundschaftliches Verhältnis miteinander. Als Tradition hat sich das gemeinsame Sonntagsfrühstück etabliert, bei dem jeder abwechselnd als Gastgeber fungiert. Ebenso fahren die Bewohner gemeinsam in den Urlaub.
    Dass das gemeinsame Altwerden aber nicht ausschließlich positive Aspekte mit sich bringt, wurde den Bremern zwei Jahre nach ihrem Zusammenziehen bewusst. Schneller als erwartet, wurden sie mit einem Thema konfrontiert, mit dem sie bis dato noch lange nicht gerechnet hatten: Dem Tod. Eine Bewohnerin wurde – mit Anfang 50 – sterbenskrank und äußerte den Wunsch, trotzdem weiterhin in der Wohngemeinschaft leben zu dürfen. „Wir haben uns alle versprochen, uns nicht alleine zu lassen. Und so haben wir auch unsere Freundin bis zu ihrem Tod nie alleine gelassen und uns um sie gekümmert“, erläuterte Scherf, der mit seinen Ausführungen ein Gänsehautgefühl erzeugte.
    Auch in den darauffolgenden Jahren wurden die Bewohner mit weiteren Todesfällen konfrontiert. Nachdem ein weiterer Hausbewohner, ein Priester, verstorben war, zog ein verwitweter Pastor in die freigewordenen Räumlichkeiten ein, der den Tod seiner Frau nicht verkraftete und einsam in seiner Trauer lebte. Mit dem Umzug in die Wohngemeinschaft änderte sich dieser Umstand. „Der Pastor ist nach langem Überlegen eingezogen und hat sich liebevoll eingerichtet. Mittlerweile hat er sogar wieder eine neue Freundin gefunden, außerdem spielt er Posaune und kann sehr gut kochen“, beschrieb Scherf die positiven Auswirkungen des Zusammenlebens.
    Schließlich entschieden sich die Senioren vor wenigen Jahren, eine Flüchtlingsdame mit ihren drei Kindern einziehen zu lassen. Laut Henning Scherf seien Kinder schließlich das beste Lebenshilfsmittel für „alte Leute“, wobei auch die Älteren als Hilfe für die Jüngeren fungieren können, sodass ein gegenseitiges Geben und Nehmen besteht. Aktuell leben zwölf Personen in dem Bremer Haus, das eigentlich für zehn ausgelegt ist.
    „Wir müssen das Beste aus dem Alter machen und es als Geschenk sehen“, erklärte Scherf seinen Zuhörern und gab weitere Tipps: „Man sollte nicht alleine bleiben, sondern von mehreren Generationen umgeben sein. Und man muss etwas zu tun haben. In Pflegeheimen besteht oft das Problem, dass die Senioren nichts zu tun haben, sie bekommen alles gemacht. Dabei muss man die älteren Menschen am Leben mitmachen und teilhaben lassen“.
    Ebenso seien durch das gemeinsame Wohnprojekt die eigenen Kinder entlastet, da diese nicht ständig besorgt sein müssen, ob die Eltern ihren Alltag noch bewältigen können. Nichtsdestotrotz ist Scherf auch bewusst, dass so eine Art des Zusammenlebens nicht für alle Senioren tauglich ist. Der Anmerkung, dass viele Menschen gerade im Alter nicht aus ihrem gewohnten Umfeld, ihrem jahrelang abbezahlten Haus ausziehen möchten, pflichtete der ehemalige Bürgermeister bei. „Wir können nicht alle erreichen, doch wir können es als positives Beispiel vorleben.“

2015

  • 04.11.2015 - Zurück an die Stelle, wo die Wiege stand

    Die altersgerechte „Engelsmühle“ in Langewiesen erwies sich schon in den ersten Tagen nach ihrer Eröffnung als Anziehungspunkt.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Langewiesen – Sie gehörte zu den ersten Mietern im Haus, als die altersgerechte Wohnanlage Engelsmühle am 1. Oktober ihre Pforten öffnete. „Ich bin ganz stolz auf meine Wohnung“, sagte Gisela Bode und wies auf das gemütliche Wohnzimmer mit Küchenzeile, das Schlafzimmer und auf den Balkon. „Alles mit eigenen Möbeln ausgestaltet“, so die 74-Jährige, die es aus Gehren extra nach Langewiesen gezogen hat: „Nach den vielen Jahren wollte ich wieder zurück an den Ort, wo meine Wiege stand. Die ‚Engelsmühle‘ war da genau richtig. Hier ist es wunderbar. Besser hätte ich es mit der Wohnung und mit dem Personal nicht treffen können.“
    Pflegedienstleiterin Petra Jahnel freute sich natürlich über solches Lob, obgleich sie um die Anziehungskraft der neuen Wohnanlage von „sanivest“, die von APO-Care Langewiesen betrieben wird, weiß: Die zwölf Wohnungen für das betreute Wohnen sind alle belegt. In den beiden Wohngemeinschaften „Harmonie“ und „Vergissmeinnicht“ mit je zwölf Plätzen sind nur noch einige wenige frei. Die Betreuungszahlen im Bereich „Tagespflege“ steigen weiter an. In der Tagespflege wird zwischen Demenz- und Alterspflege in der Betreuung unterschieden. Einschließlich Nachtdienst sind 15 Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz.
    Die Bewohner der „Engelsmühle“ kommen aus Langewiesen, Gräfinau- Angstedt und Gehren, aus Ilmenau und sogar aus Unterweißbach. Das Angebot in der Einrichtung ist dabei sehr differenziert. Im Betreuten Wohnen ist ein selbstständiges und selbstbestimmtes Wohnen allein oder mit Partner beziehungsweise Partnerin möglich. Beides wird genutzt. Eingeschlossen sind hierbei Pflege- und medizinische Leistungen für die Bewohner.

    An alles gedacht

    Auch in den Wohngemeinschaften ist selbstbestimmtes Leben die Grundlage. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer. Die Zimmer sind so angeordnet, dass je zwei Bewohner eine gemeinsame Nasszelle nutzen können. Eine große Wohnküche bildet den Gemeinschaftsraum. Hier findet die Beschäftigung statt, hier wird gegessen, gemeinsam Fernsehen geschaut und gespielt. Der Wohnbereich „Vergissmeinnicht“ ist dabei vorrangig mit Demenzkranken belegt.
    Die Tagespflege steht von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung. Der Tag beginnt dort nach der Ankunft der Pflegebedürftigen mit Frühstück, danach gibt es Beschäftigung. Das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen, worauf eine Mittagsruhe folgt. Dafür stehen extra 19 so genannte Relax- Sessel und zwei Pflegebetten bereit. Kaffee und Kuchen gibt es nach der Mittagsruhe, und wenn dann noch Zeit ist steht Beschäftigung auf dem Programm.
    Für die Bewohner der Engelsmühle, aber auch für die Tagesgäste stehen auch sogenannte „Snusel-Räume“ mit Wasserbett und Lichteffekten zum Träumen und Abschalten zur Verfügung.

  • 07.05.2015 - Richtfest an der „Engelsmühle“

    Dem neuen Wohn- und Pflegezentrum von Langewiesen wurde am Mittwoch die Richtkrone aufgesetzt. Die Fertigstellung ist bereits für Ende September dieses Jahres geplant.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Langewiesen – Mit einem „Chapeau!“ für die Bauarbeiter, die mit ihrer fleißigen Hände Arbeit diesen Bau emporgezogen haben, eröffnete Thoralf Bäring von sanivest Mittwochnachmittag das Richtfest am künftigen „Wohn- und Pflegezentrum zur Engelsmühle“ in der Mühlstraße von Langewiesen. Den Richtspruch hielt Zimmermann und Dachdecker Christian Stepputtis von der Erfurter Firma „antignum“, der mit dem Zerbrechen des Sektglases dem Bau und seinen künftigen Bewohnern viel Erfolg und Glück wünschte.
    Einige der künftigen Bewohner verfolgten die feierliche Zeremonie von den Tischen und Bänken unterm Festzelt aus. Das „Wohn- und Pflegezentrum zur Engelsmühle“ wird nach seiner Fertigstellung, die für Ende September geplant ist, eine Tagespflegeeinrichtung, zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften und zwölf barrierefreie Wohngemeinschaften beherbergen. In dem dreigeschossigen Gebäude stehen insgesamt über 1700 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.
    Thoralf Bäring von Bauherr und Vermieter sanivest freute sich in seiner Ansprache, mit diesem Wohnund Pflegezentrum den älteren Bürgern eine wohnliche Atmosphäre in angenehmer Umgebung schaffen zu können.
    Bürgermeister Horst Brandt blickte weit zurück und erinnerte die Langewiesener und ihre Gäste auf diesem Richtfest daran, dass die Stadt Langewiesen und er persönlich schon vor über 15 Jahren dafür gearbeitet haben, ein größeres altersgerechtes Wohnheim in Langewiesen errichten zu können. Umso mehr freute er sich, in seiner vorletzten Amtsperiode am Richtfest für dieses Wohnheim teilnehmen zu können. Nach geplanter Fertigstellung des Wohn- und Pflegezentrum Ende September/ Anfang Oktober sind nur wenige Monate seit der Grundsteinlegung in dem baulich komplizierten Gelände an der „Engelsmühle“ verstrichen. Das Zentrum wird nach seiner Fertigstellung von „apo care“ Langewiesen betrieben.