Pressespiegel

2020

  • 04.05.2020 - Pflege-Wohn-Komplex in Ilmenau in Betrieb genommen

    Im Neubau sind zehn Wohnungen schon vermietet. Einweihungsfeier wird nachgeholt.
    Von Karl-Heinz Veit, Thüringer Allgemeine

     

    Der 1. Mai 2020 wurde der lange geplante Übergabetermin des „Pflege-Wohn-Komplexes im Blumenviertel“ im Westen der Stadt von der Firma „sanivest Projekt GmbH“ punktgenau gehalten. Nichts, auch nicht die Corona- Krise, hielt die Bauleute auf, ihr Werk gut und solide zu Ende zu bringen.

    „Es macht uns schon stolz, unser Großprojekt termingetreu zu übergeben. Vom Baukörper, von dessen architektonischer Gestaltung und der bis ins Detail durchdachten Funktionalität ist dieses Projekt ein sehr besonderes Bauwerk. Es verbindet in sich Innovation mit nachhaltiger Umweltgerechtigkeit. Gemäß dem Nutzungskonzept ist der Komplex eine Novität in vielerlei Hinsicht“, sagt Thoralf Bäring. Er gehört mit Jens Hertzer, dem Architekten und Bauleiter, zur „sanivest“ Geschäftsleitung.

    Ende 2018 waren die Planungen und Genehmigungsverfahren mit der Stadt Ilmenau laut Bebauungsplan gelaufen. Die Bodenplatte in der tiefen Baugrube an der Erfurter Straße wurde Anfang 2019 gegossen. Nun rätselten Neugierige, was denn dort an der Einmündung ins „Blumenviertel“ gebaut wird. Der Bau wuchs rasch aus dem Boden. Dann war das Staunen groß, als die zwei Geschosse über Straßenhöhe in nur wenigen Tagen mit ebenso wenigen Zimmerleuten, in Massivholz- Bauweise errichtet wurden. „Wir haben diese Bauform gewählt, weil sie nachhaltig, ökologisch, innovativ und in vielen Details vorteilhaft war, wenngleich auch kostenintensiver als ein konservatives Stein auf Stein Bauen“, erklärt Jens Hertzer.

    Mit der Art und Weise der 2 500 Quadratmeter großen Nutzfläche vom Keller, übers Souterrain bis in das zweite Obergeschoss- alle Ebenen sind über Treppe und Fahrstuhl erreichbar- haben die Nutzer und Mieter des Objektes, die „Pflege- Dienstleistungen Zwinscher GmbH“ nur insofern etwas zu tun, dass ihr Nutzungskonzept bautechnisch kreativ umgesetzt wurde.

    „Der Komplex ist für uns als Nutzer und Mieter gebaut und den gegebenen Bedürfnissen entsprechend. Alles folgt, in der Raumaufteilung, wie in der technischen Ausstattung vom Blockheizwerk im Keller, über die offene, von außen nicht sichtbare Dachterrasse, bis zum Schwestern- Notruf aus jedem Raum, den Erfordernissen für die Kurzzeitpflege, den ambulanten Pflegedienst, der Wohngemeinschaft und den Seniorenwohnungen“, lobt Sascha Zwinscher. Er ist im Familienbetrieb der Geschäftsführer des Ilmenauer Objektes der „Z & L Unternehmensgruppe“. In Bad Sulza und in Sachsen, Nähe Chemnitz, betreibt die „Pflegedienstfirma“ in Familienbesitz ihre Objekte. Seit 1992 am Markt besitzt sie einen großen Erfahrungsschatz.

    12 Pflegedienstkräfte unter der Leitung von Pflegedienstleiter Frank Schönig stehen für den Start der Einrichtung bereit. Die 10 Seniorenwohnungen im Obergeschoss rund um den Dachgarten sind bereits vermietet. Anfragen von Interessenten für die zwei Wohngruppen in der Beletage liegen vor. Auf die Belegung der 15 Räume mit Sanitärzelle für die Kurzzeitpflege, ähnlich einem Hotelaufenthalt mit medizinischer Betreuung, werde man kaum lange warten müssen, weiß Christine Zwinscher aus langjähriger Berufs- und Unternehmenserfahrung. „Aufgrund unserer Fachkompetenz und auch als Gesundheitspartner des SRH Zentralklinikums Suhl machen wir uns um eine Belegung und Auslastung der Einrichtung keine Sorgen“, ist die Seniorin des Unternehmens überzeugt.

    Auf eine Einweihungsparty muss gegenwärtig verzichtet werden. Sobald „Corona“ und die damit verbundenen Einschränkungen vorüber sind, startet dann im vermutlich vollen Haus eine große Einweihungsfete mit offenen Türen für Besucher und Neugierige, war vom „Bau- und Betreiber- Team“ zu hören.

  • 04.05.2020 - Wohnen im Alter - mit besten Aussichten

    Ein markantes Gebäude an der Erfurter Straße in Ilmenau ist fertig gebaut: Ein kombiniertes Pflege-und Wohnheim eingangs des neuen Blumenviertels.
    Von Karl-Heinz Veit, Freies Wort

     

    Der 1. Mai 2020 wurde der lange geplante Übergabetermin des „Pflege-Wohn-Komplexes im Blumenviertel“ im Westen der Stadt von der Firma „sanivest Projekt GmbH“ punktgenau gehalten. Nichts, auch nicht die Corona- Krise, hielt die Bauleute auf, ihr Werk gut und solide zu Ende zu bringen.

    „Es macht uns schon stolz, unser Großprojekt termingetreu zu übergeben. Vom Baukörper, von dessen architektonischer Gestaltung und der bis ins Detail durchdachten Funktionalität ist dieses Projekt ein sehr besonderes Bauwerk. Es verbindet in sich Innovation mit nachhaltiger Umweltgerechtigkeit. Gemäß dem Nutzungskonzept ist der Komplex eine Novität in vielerlei Hinsicht“, sagt Thoralf Bäring. Er gehört mit Jens Hertzer, dem Architekten und Bauleiter, zur „sanivest“ Geschäftsleitung.

    Ende 2018 waren die Planungen und Genehmigungsverfahren mit der Stadt Ilmenau laut Bebauungsplan gelaufen. Die Bodenplatte in der tiefen Baugrube an der Erfurter Straße wurde Anfang 2019 gegossen. Nun rätselten Neugierige, was denn dort an der Einmündung ins „Blumenviertel“ gebaut wird. Der Bau wuchs rasch aus dem Boden. Dann war das Staunen groß, als die zwei Geschosse über Straßenhöhe in nur wenigen Tagen mit ebenso wenigen Zimmerleuten, in Massivholz- Bauweise errichtet wurden. „Wir haben diese Bauform gewählt, weil sie nachhaltig, ökologisch, innovativ und in vielen Details vorteilhaft war, wenngleich auch kostenintensiver als ein konservatives Stein auf Stein Bauen“, erklärt Jens Hertzer.

    Mit der Art und Weise der 2 500 Quadratmeter großen Nutzfläche vom Keller, übers Souterrain bis in das zweite Obergeschoss- alle Ebenen sind über Treppe und Fahrstuhl erreichbar- haben die Nutzer und Mieter des Objektes, die „Pflege- Dienstleistungen Zwinscher GmbH“ nur insofern etwas zu tun, dass ihr Nutzungskonzept bautechnisch kreativ umgesetzt wurde.

    „Der Komplex ist für uns als Nutzer und Mieter gebaut und den gegebenen Bedürfnissen entsprechend. Alles folgt, in der Raumaufteilung, wie in der technischen Ausstattung vom Blockheizwerk im Keller, über die offene, von außen nicht sichtbare Dachterrasse, bis zum Schwestern- Notruf aus jedem Raum, den Erfordernissen für die Kurzzeitpflege, den ambulanten Pflegedienst, der Wohngemeinschaft und den Seniorenwohnungen“, lobt Sascha Zwinscher. Er ist im Familienbetrieb der Geschäftsführer des Ilmenauer Objektes der „Z & L Unternehmensgruppe“. In Bad Sulza und in Sachsen, Nähe Chemnitz, betreibt die „Pflegedienstfirma“ in Familienbesitz ihre Objekte. Seit 1992 am Markt besitzt sie einen großen Erfahrungsschatz.

    12 Pflegedienstkräfte unter der Leitung von Pflegedienstleiter Frank Schönig stehen für den Start der Einrichtung bereit. Die 10 Seniorenwohnungen im Obergeschoss rund um den Dachgarten sind bereits vermietet. Anfragen von Interessenten für die zwei Wohngruppen in der Beletage liegen vor. Auf die Belegung der 15 Räume mit Sanitärzelle für die Kurzzeitpflege, ähnlich einem Hotelaufenthalt mit medizinischer Betreuung, werde man kaum lange warten müssen, weiß Christine Zwinscher aus langjähriger Berufs- und Unternehmenserfahrung. „Aufgrund unserer Fachkompetenz und auch als Gesundheitspartner des SRH Zentralklinikums Suhl machen wir uns um eine Belegung und Auslastung der Einrichtung keine Sorgen“, ist die Seniorin des Unternehmens überzeugt.

    Auf eine Einweihungsparty muss gegenwärtig verzichtet werden. Sobald „Corona“ und die damit verbundenen Einschränkungen vorüber sind, startet dann im vermutlich vollen Haus eine große Einweihungsfete mit offenen Türen für Besucher und Neugierige, war vom „Bau- und Betreiber- Team“ zu hören.

  • 18.03.2020 - Pflege-Wohn-Komplex soll Anfang Mai in Ilmenau öffnen

    Altersgerechte Wohnungen bereits vermietet. Plätze für Kurzzeitpflege und in den Senioren-Wohngemeinschaften sind noch frei
    Von Ralf Ehrlich, Thüringer Allgemeine


    Ilmenau. Der neue Pflege-Wohn- Komplex „Im Blumenviertel“ soll Anfang Mai eröffnen. Schon von außen fällt das markante Gebäude des dreigeschossigen Holzbaus an der Erfurter Straße auf. Im Inneren arbeiten sich die Handwerker von den oberen Etagen nach unten. Das meiste ist geschafft. Die beiden Chefs der Ilmenauer Firma Sanivest sind optimistisch, dass der Eröffnungstermin gehalten wird. Thoralf Bäring und Jens Hertzer sind Bauherr und Investor zugleich, betrieben wird das Objekt von der Firma ZL-Altenpflege aus der Nähe von Chemnitz, deren Geschäftsführer Sascha Zwinscher dieser Tage o der Baustelle einen Besuch abstattete. Im Dachgeschoss entstehen zehn Wohnungen für das sogenannte Service-Wohnen, sie sind altersgerecht und bereits alle vermietet. Zwei Wohngemeinschaften für jeweils neun und zehn Senioren finden sich im ersten Obergeschoss. 15 Plätze für die Kurzzeitpflege sollen im Erdgeschoss entstehen. Nach Angaben des Betreibers gibt es eine solche Einrichtung in der näheren Umgebung noch nicht.

    Das Personal für die Einrichtung steht bereit, sagt Sascha Zwinscher. 20 Arbeitsplätze entstehen. Die Pflegekräfte sollen nicht nur im Haus, sondern auch in einem mobilen Pflegedienst arbeiten, der angegliedert wird. Das Büro für den Pflegedienst und eine Tiefgarage sind im Keller untergebracht. Mit Wärme und Strom wird das Gebäude durch ein eigenes Blockheizkraftwerk versorgt. Ein Aufzug ermöglicht eine barrierefreie Erschließung aller Geschosse.

    Der Pflege-Wohn-Komplex im werde dazu beitragen, dringend benötigte Einheiten für Senioren zu schaffen und zumindest einen kleinen Teil des allgemeinen Bedarfs zu befriedigen. Das Investitionsvolumen für den Bau beträgt rund fünf Millionen Euro, sagt Geschäftsführer Hertzer weiter. Unterhalb des Baugrundstücks im Asternweg ist vor zwei Jahren ein Mehrgenerationenhaus entstanden. Sanivest investierte etwa zwei Millionen Euro.

  • 13.01.2020 - Neue Pflegeeinrichtung im Blumenviertel

    Die Sanivest Projekt GmbH stellt ihren neuen Pflegedienst im Wohnheim- Komplex für Senioren im Blumenviertel vor. Hier soll eine Kurzzeitpflegestation eingerichtet werden.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Ilmenau – Zwischen Leitern und Stützen, auf Betonplatten und Leitungsrohren balancieren müssen Christine und Sascha Zwinscher vom Pflegeanbieter „Medizinische Krankenpflege Zwinscher“, um am frühen Morgen durchs Gewirr der Baumaterialien, Korridore und Zimmerfluchten der offenen Räume von einem Stockwerk ins nächste zu gelangen. Die Adresse Blumenstraße 2 ist halt noch eine Baustelle. Oben „unterm Dach“ erwartet die Besucher eine Bau-Überraschung. Das zweite Obergeschoss ist kein Dachgeschoss alter Prägung, sondern ein Stück offene Veranda unter freiem Himmel. „Der Teil des Daches, der jetzt wegen eines besseren Innenausbaus darübergelegt wurde, wird später wieder zurückgebaut“, sagt Thorlaf Bäring, Geschäftsführer von „sanivest Projekt“ Ilmenau: „Dann können die Bewohner direkt in den Himmel schauen.“

    Zu hören ist in den Räumen an der Seite zur Erfurter Straße so gut wie nichts von außen. Außenwand und Fenster verfügen über eine für Laien überraschend gute Schalldämmung gegenüber der viel befahrenen Straße. „Das war eine Bedingung für diesen Standort direkt an der Hauptstraße durch Ilmenau“, erklärt Bäring. Trotz Baustelle vom Keller bis unters offene Dach bleibt der Optimismus von Mutter und Sohn Zwinscher aus Frankenberg in Sachsen als neue Pflegedienstleister ungebrochen, als Thoralf Bäring inmitten des Baustellengewirrs bekräftigt: „Am 1. April wird das neue Objekt in der Blumenstraße 2 eröffnet und der Geschäftsbetrieb schrittweise aufgenommen.“

    Im ersten Schritt wird der neue Pflegedienst ab April mit zwei Wohngemeinschaften mit neun und zehn Plätzen im ersten Obergeschoss seine Arbeit aufnehmen. Einen Monat später, am 1. Mai, soll im Erdgeschoss eine Kurzzeitpflegestation eröffnet werden, die es so in Ilmenau noch nicht gibt. „Der Bedarf ist da“, sind Christine und Sascha Zwinscher überzeugt, „auch in der Anzahl der 15 bereitgestellten Plätze“.

    Im zweiten Obergeschoss befinden sich zehn komfortable Zwei-Raum- Wohnungen, jede mit eigener Loggia und gemeinschaftlicher Dachterrasse. Für den Standort Ilmenau wurde eine neue Gesellschaft mit dem Namen „Pflege-Dienstleistungen Zwinscher GmbH“ gegründet. Sascha Zwinscher ist Ansprechpartner. Die „Medizinische Krankenpflege Zwinscher“ ist Teil eines aus Sachsen stammenden Familienunternehmens mit rund 350 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören zwei Pflegeheime, drei Kurzzeit- und Verhinderungspflegeeinrichtungen, drei ambulante Dienste, eine Tagespflege, mehrere Wohngemeinschaften sowie zwei Physiotherapie-Praxen und ein Kindergarten mit Hort und Krippe.

    Übergeordnetes Ziel für das neue Projekt im Blumenviertel ist es, für Ilmenau die Versorgung beim altersgerechten Wohnen und der Kurzzeitund Verhinderungspflege zu verbessern. Letzteres ist in einem Verhinderungsfall von Angehörigen oder nach einem Krankenhausaufenthalt sehr wichtig und in der Region schwer zu bekommen.

    Es gehe nicht nur um zeitgemäßen Wohnkomfort, sondern auch um angenehme Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte, sagen die Betreiber. Jede Versorgungsform – Wohngemeinschaft oder Kurzzeitpflege – ist auf einer Etage stationiert. „Und wenn es darauf ankommt, packe ich auch mit an. Das ist in einem Familienunternehmen so. Außerdem verlernt man dabei nicht, wie schwer die Arbeit mit den zu Pflegenden ist“, sagt Christine Zwinscher. Auch moderne Pflegehilfsmittel sollen dem Personal die tägliche Arbeit erleichtern. „Das ist selbstverständlich“, sagt sie. Außerdem habe jeder Gast der Kurzzeitpflege und jeder Bewohner der Wohngemeinschaft sein Einzelzimmer mit eigenem Duschbad.

    Das neue Haus bietet für Pflegefachkräfte fünf neue Arbeitsplätze in der Kurzzeitpflege und vier im ambulanten Dienst. Hinzu kommen noch einmal rund 15 Pflegehilfs-, Betreuungsund Hauswirtschaftskräfte.

    Die Kurzzeitpflege wird ein Angebot für pflegebedürftige Menschen sein, die zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt weiterer Nachsorge bedürfen. Ebenso gilt das für Menschen, die erstmals pflegebedürftig geworden sind und für die Möglichkeiten der zukünftigen Versorgung gesichert werden sollen. Außerdem ist die Kurzzeitpflege oder die Verhinderungspflege ein Entlastungsangebot für pflegende Angehörige. Einen Angehörigen zu Hause zu pflegen, ist ein Fulltime-Job, neben der körperlichen Belastung oft begleitet von psychischer Beanspruchung der Pflegenden. Hier entsteht ein Angebot, die pflegebedürftigen Angehörigen auch für eine Zeit der eigenen Erholung im Urlaub unterzubringen. Dafür sind 15 Plätze vorgesehen.

    Die Seniorenwohngemeinschaft bedeutet ganz normales Wohnen in einer Gemeinschaft in einer barrierefreien und altengerechten Wohnung mit eigenem Zimmer, Gemeinschaftsraum, Bad, Küche, Beratung, Vermittlung von Hilfen und Diensten, Freizeitangeboten, Essens- und Getränkeversorgung, Hausnotruf, Wohnungsreinigung, Wäschedienst, Hol- und Bringedienst sowie ambulanter Pflege/ Krankenpflege. Die gemeinsame Haushaltführung beruht auf dem Solidarprinzip, ähnlich einer Familie.

2019

  • 28.12.2019 - Holzbauweise: Uralt und wieder hochmodern

    Der nachwachsende Rohstoff Holz dient dem Menschen seit Tausenden von Jahren als natürlicher Baustoff. Auf der Tagung „100 Jahre Bauhaus – Holzbau im 21. Jahrhundert“ ist Holz der Zukunftswerkstoff. Eine Ilmenauer Firma baut schon jetzt damit.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Ilmenau/Weimar – Die Wege von Holz, die jüngst auf der Tagung unter dem Titel „100 Jahre Bauhaus – Holzbau im 21. Jahrhundert“ in Weimar stattfand, sind keine „Holzwege“. Maßgeblich an den Entwicklungen beteiligt ist mit Professor Erik Findeisen ein Wissenschaftler aus Ilmenau. Findeisen ist nicht nur Vorstandsmitglied im Landesbeirat Wald & Holz Thüringen e.V. (www.waldund- holz-thueringen.de), sondern lehrt und forscht als Dekan der Fakultät Landschaftsarchitektur, Gartenbau und Forst an der Fachhochschule Erfurt auf diesem Gebiet.
    Die Tagung richtet sich dabei an eine innovative und wertschöpfende Holzverwendung in einer regional wirksamen Kreislaufwirtschaft. Ein wesentliches Ziel ist es, die wertschöpfende Verwendung des im Freistaat Thüringen gewachsenen Holzes zukünftig besser zu nutzen, Energieund CO2-sparende Materialien und Technologien und damit aktiven Klimaschutz zu fördern; regional gut verteilte Arbeitsplätze und eine Identitätsstärkung im ländlichen Raum zu sichern und zu schaffen. Außerdem sollen zukunftsgerichtete Innovationen und Forschung Thüringer Spitzencluster eingebunden werden und dadurch in Thüringen auf der Basis eines vor Ort nachwachsenden Rohstoffes – und damit nicht auf Kosten anderer Regionen und Menschen – eine beispielhafte Wirtschaftsweise zu etablieren. „Damit kann auch ein Beitrag zur Sicherung einer verantwortungsvollen multifunktionalen Waldbewirtschaftung geleistet und der Tourismus gestärkt werden“, so Erik Findeisen.

    Neue Wege gehen

    Der moderne Holzbau spielt hierbei eine enorme Rolle, da die gegenwärtige Bauwirtschaft über ein Drittel unseres gesellschaftlichen CO2-Ausstoßes verursacht. Es könne im Interesse der jungen Generationen ein Prozess angestoßen werden, der die ländlichen Regionen wieder attraktiver für junge Menschen mache, unseren nachfolgenden Generationen weniger Recyclingaufwände beschere und einer gesunden Lebensweise zuträglich sei. „Wir müssen neue Wege gehen“, fordert auch Jan Hassan vom Vorstand des „Landesbeirates Wald und Holz“ mit Blick auf die Bauwirtschaft generell und auf den Wohnungsbau im Besonderen. „Der Holzbau spielt dabei eine große Rolle. Stahl und Beton, das sind die Baustoffe des letzten Jahrhunderts. Ihr Energieverbrauch ist immens, ihr CO2-Ausstoß ist gewaltig.“
    Staatssekretär Klaus Sühl, der an diesem Tag als geschäftsführender Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft für Birgit Keller, die an diesem Tag zur Landtagspräsidentin berufen wurde, an der Tagung teilnahm, bekräftigte die Organisatoren in ihrem Anliegen: „Sie haben das richtige Gespür für das richtige Thema.“ Holz sei der richtige, weil gesunde und nachhaltige Baustoff, dessen Verwendung in Thüringen schon vor sechstausend Jahren nachgewiesen wurde und wo Thüringen eine großartige Holzbautradition nachweisen könne. Derzeit wachsen in Thüringen jährlich 5,8 Millionen Kubikmeter Holz nach, das enorme Mengen an CO2 bindet. Die Verwendung von Holz in der Bauwirtschaft sei ein wichtiger Beitrag für eine umweltsensible Kreislaufwirtschaft.

    Ein aktuelles Thema

    Schon im Bauhaus habe man sich, so Sühl, mit Holz als Baustoff beschäftigt und für den Bau von kompaktem und bezahlbarem Wohnraum verwendet. „Bauen mit Holz ist ein uraltes, jetzt wieder hochaktuelles Thema!“
    Der Pflege-Wohn-Komplex im Ilmenauer Blumenviertel mit etwa 1 200 Quadratmetern ist schon die zweite attraktive Senioren-Wohneinheit der Firma Sanivest Wohnen in diesem Wohngebiet nach dem Neubau im Asternweg nur wenige Meter darunter. „Wir setzen bewusst auf Holz“, erklärten die beiden Geschäftsführer Thoralf Bäring und Jens Hertzer. „Die Tragkonstruktion, die Wände, die Decken sind alle aus Holz, aus massivem Holz.“ Die Wand- und Bohlenstärken bewegen sich zwischen zehn und 160 Millimeter des Fichtenholzes.

    Wahre Wohlfühloase

    Im Erdgeschoss sind Räume für eine Kurzzeitpflege für 15 Personen geplant. Im 1. Obergeschoss sollen zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für jeweils neun bis zehn Personen ihr Zuhause finden. Im 2. Obergeschoss entstehen zehn Wohnungen für betreutes Wohnen, bei denen im Bedarfsfall Pflegedienstleistungen in Anspruch genommen werden können. Die gesamte Anlage ist – nicht zuletzt wegen der großzügigen Verwendung von Holz als Baumaterial – als Wohlfühloase gestaltet.
    Vor vier Jahren hatten sich Bäring und Hertzer ganz bewusst für den Baustoff Holz entschieden. Ästhetische und heute so wichtige Umweltgründe spielten dabei nicht einmal die größten Rollen. Um ihre Ideen nach freundlichen Pflege- Komplexen für Senioren umsetzen zu können, fanden sich einfach nicht genügend gut ausgebildete Fachleute vor Ort vor. Eine Situation, die mit den fehlenden Bauleuten und Handwerkern der verschiedensten Branchen der heutigen sehr ähnlich war, wenn auch noch nicht so zugespitzt. Die junge Firma Sanivest entschied sich für einen Bau mit einem sehr hohen Anteil an Vorfertigung. Diesen Anteil von mindestens 15 Prozent bot der Bau mit hohem Einsatz von Holz. Allerdings – und auch das sagen Bäring und Hertzer ganz offen – steigt der Anteil an der Vorplanung enorm.

    Gesetzen weit voraus

    Dabei sind Bäring und Hertzer teilweise den gegenwärtigen Bestrebungen der Bundesregierung zur CO2-Einsparung weit voraus. Unter gegenwärtigen Bedingungen ist der Bau mit Holz zwar umweltfreundlicher, aber noch teurer, „solange der wirkliche CO2-Ausstoß noch keine Wertigkeit besitzt. Zur Geltung kommen die Umweltvorteile von Holz ihren Berechnungen nach, wenn CO2 rund 60 bis 80 Euro pro Tonne kostet.
    Professor Erik Findeisen sprach sich in seinem Vortrag für „Holz auch aus der Verantwortung für nachhaltiges Bauen“ aus. Holzbau, das seien „klare Formen, helle Räume, bezahlbarer Wohnraum“, das seien Handwerk und Kunst, das sei „modernes Bauen mit menschlichem Antlitz“. Es diene dem Wohl der Menschen und der Natur. Holz sei der Rohstoff, „der zur Genüge in Thüringen nachwächst“.
    An dieser Stelle machte Professor Findeisen auf eine Diskrepanz aufmerksam: Thüringen exportiere zwar Holz nach Süddeutschland, nach Österreich, in die USA und nach Großbritannien, aber vorwiegend als Halbfertigware. „Der Prozess der Wertschöpfung aus und mit Holz findet außerhalb Thüringens statt. Wir sind aufgerufen, die Wertschöpfung Holz wieder nach Thüringen zurückzuholen. In den zurückliegenden 30 Jahren seien viele holzverarbeitende Betriebe in Thüringen eingegangen. Die Wertschöpfung findet jetzt außerhalb Thüringens statt.

    Mein Freund der Baum

    Auf die Verwendung von österreichischer Fichte bei Sanivest für den Senioren-Wohnkomplex angesprochen, meinte Findeisen: Es könne sogar sein, dass Sanivest durchaus Thüringer Fichte verwendet habe, die allerdings vorher nach Österreich exportiert und dort „veredelt“ worden sein könnte.
    In zwei bemerkenswerten Diskussionsbeiträgen sprachen sich der österreichische Forstwissenschaftler Dr. Erwin Thoma und der Schweizer Bau-Unternehmer Konrad Merz für Holz als zukunftsfähigen Baustoff aus. Thomas Rede war dabei ein geradezu hymnisches Epos an den Baum und den Wald, das in dem Aufruf an die vielen jüngeren Zuhörer im voll besetzten Saal gipfelte: „Ihr könnt studieren was ihr wollt – so schlau wie ein Baum, so schlau wie der Wald werdet ihr nicht!“ Thoma erinnerte auch an das emotionale Moment des Waldes: „Ich kenne niemanden, den der Wald nicht anrührt.“ Trotzdem hätten viele Menschen die Verbindung zur Natur verloren.
    Auch ganz rational seien Wald und Bäume ein Gewinn: Rund 50 Prozent des Weltenergieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes entfallen auf die Bauwirtschaft. Holz könne hier eine entscheidende Veränderung bewirken: „Jeder Baum ist ein Beispiel für aktiven Energieaustausch.“ Thoma plädierte – wie auch Konrad Merz als sein nachfolgender Redner – für Holz als Baustoff der Wärme und der Kultur. „Wir haben Städte gebaut, die sind in fünfzig Jahren Sondermüll. Die Balkenhäuser aus dem Mittelalter stehen heute noch und sind Beispiele für Wärme- und Kältedämmung!“ Als „begeisterter Unternehmer“ plädierte Thoma, die Herausforderung durch das Klima mit dem Baustoff Holz anzunehmen: „Holz ist die Lösung. Die bringt uns sozusagen der Oberförster aus dem Wald.“

    „Ganz aus Holz“

    Der Bauingenieur und Wirtschaftsorganisator Konrad Merz konnte für gute Beispiele von Bauen mit Holz aus seiner 25-jährigen Tätigkeit an vielen der außergewöhnlichsten Holzbauprojekte Europas verweisen. „Der Holzbau zieht in Deutschland gerade etwas an; in Österreich und der Schweiz gilt das schon länger“, sagte er und präsentierte Beispiele wie eine Reithalle in Dornbirn „mit Holz aus dem eigenen Wald des Gestütseigners“, eine Bergkapelle in den Alpen über dem Bodensee, Studentenwohnheime wie auch eine Europa-Schule in Frankfurt am Main „ganz aus Holz“. Die technischen Möglichkeiten im vorgefertigten Holzbau erweitern sich seiner Überzeugung nach stetig und die bislang lückenhafte digitale Kette von Entwurf, Konstruktionsplanung und Fertigung schließt sich. Mit dem „Low Tech“ Holz wird „High Touch“ zum Bauer geschaffen, ist Konrad Merz aus Erfahrung überzeugt.
    Neben den Senioren-Heimen von Sanivest im Ilmenauer Blumenviertel gibt es im südlichen Ilm-Kreis weitere, bemerkenswerte Beispiele: So der Kindergarten-Anbau in Möhrenbach, natürlich Teile der neuen Schwimmhalle in Ilmenau, aber auch die Planung des GutsMuths- Rennsteiglaufvereins, in Schmiedefeld ein vielseitig verwendbare „Rennsteig-Sporthalle“ mit Büros des Vereins zu bauen.
    So kommt Holz auf vielen Wegen als Baustoff der Zukunft wieder zurück. Es kommt darauf an, den nachwachsenden Rohstoff sinnvoll einzusetzen, so der Tenor der Fachleute.

  • 18.10.2019 - Gemeinsam lebt es sich im Alter besser

    Als Bewohner einer selbstinitiierten Seniorenwohngemeinschaft berichtete Henning Scherf vor Ilmenauer Senioren von seinen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich: Gemeinsam altert es sich besser.
    Von Jessie Morgenroth, Freies Wort

    Ilmenau – Für die erste Veranstaltung der Sanivest-Seniorenakademie hat sich das Unternehmen, das sich hauptsächlich auf die Erstellung von Projekten im Bereich des Senioren- Wohnens spezialisiert hat, keinen geringeren als Bremens ehemaligen Bürgermeister Henning Scherf eingeladen. Im Gemeinschaftsraum des neuen Wohnobjektes im Ilmenauer Asternweg (Blumenviertel) wollte er mit den zahlreichen Gästen aber nicht über Politik, sondern über ein privates Thema reden: Das Leben in einer Seniorenwohngemeinschaft.
    Mit nicht einmal fünfzig Jahren, als die drei Kinder flügge geworden sind, beschlossen Henning Scherf und seine Frau Luise, nicht alleine in ihrem Haus alt werden zu wollen, sondern eine Wohngemeinschaft mit zehn Freunden, die sich in der gleichen Situation befanden, zu gründen. Nachdem das passende Haus – ein altes Gebäude im Bremer Bahnhofsviertel – gefunden war, tat sich jedoch bereits das erste Problem auf: Die Finanzierung. „Wir haben 800 000 D-Mark gebraucht, doch die Bank wollte von so einem Wohnprojekt nichts wissen“, erläuterte der Referent. Nachdem diese Hürde genommen war, dauerte es ein Jahr, um das auserkorene Objekt entsprechend umzubauen. Aus den zwei Ebenen wurden fünf mit jeweils knapp 100 Quadratmetern Fläche.
    „Wir haben das Haus so ausgebaut, dass wir auch Gastgeber für zum Beispiel unsere Kinder und Enkelkinder sein können“, erklärt Scherf. Und auch wenn jede Partei ihr eigenes Wohnreich hat, so pflegen alle Hausbewohner ein enges, freundschaftliches Verhältnis miteinander. Als Tradition hat sich das gemeinsame Sonntagsfrühstück etabliert, bei dem jeder abwechselnd als Gastgeber fungiert. Ebenso fahren die Bewohner gemeinsam in den Urlaub.
    Dass das gemeinsame Altwerden aber nicht ausschließlich positive Aspekte mit sich bringt, wurde den Bremern zwei Jahre nach ihrem Zusammenziehen bewusst. Schneller als erwartet, wurden sie mit einem Thema konfrontiert, mit dem sie bis dato noch lange nicht gerechnet hatten: Dem Tod. Eine Bewohnerin wurde – mit Anfang 50 – sterbenskrank und äußerte den Wunsch, trotzdem weiterhin in der Wohngemeinschaft leben zu dürfen. „Wir haben uns alle versprochen, uns nicht alleine zu lassen. Und so haben wir auch unsere Freundin bis zu ihrem Tod nie alleine gelassen und uns um sie gekümmert“, erläuterte Scherf, der mit seinen Ausführungen ein Gänsehautgefühl erzeugte.
    Auch in den darauffolgenden Jahren wurden die Bewohner mit weiteren Todesfällen konfrontiert. Nachdem ein weiterer Hausbewohner, ein Priester, verstorben war, zog ein verwitweter Pastor in die freigewordenen Räumlichkeiten ein, der den Tod seiner Frau nicht verkraftete und einsam in seiner Trauer lebte. Mit dem Umzug in die Wohngemeinschaft änderte sich dieser Umstand. „Der Pastor ist nach langem Überlegen eingezogen und hat sich liebevoll eingerichtet. Mittlerweile hat er sogar wieder eine neue Freundin gefunden, außerdem spielt er Posaune und kann sehr gut kochen“, beschrieb Scherf die positiven Auswirkungen des Zusammenlebens.
    Schließlich entschieden sich die Senioren vor wenigen Jahren, eine Flüchtlingsdame mit ihren drei Kindern einziehen zu lassen. Laut Henning Scherf seien Kinder schließlich das beste Lebenshilfsmittel für „alte Leute“, wobei auch die Älteren als Hilfe für die Jüngeren fungieren können, sodass ein gegenseitiges Geben und Nehmen besteht. Aktuell leben zwölf Personen in dem Bremer Haus, das eigentlich für zehn ausgelegt ist.
    „Wir müssen das Beste aus dem Alter machen und es als Geschenk sehen“, erklärte Scherf seinen Zuhörern und gab weitere Tipps: „Man sollte nicht alleine bleiben, sondern von mehreren Generationen umgeben sein. Und man muss etwas zu tun haben. In Pflegeheimen besteht oft das Problem, dass die Senioren nichts zu tun haben, sie bekommen alles gemacht. Dabei muss man die älteren Menschen am Leben mitmachen und teilhaben lassen“.
    Ebenso seien durch das gemeinsame Wohnprojekt die eigenen Kinder entlastet, da diese nicht ständig besorgt sein müssen, ob die Eltern ihren Alltag noch bewältigen können. Nichtsdestotrotz ist Scherf auch bewusst, dass so eine Art des Zusammenlebens nicht für alle Senioren tauglich ist. Der Anmerkung, dass viele Menschen gerade im Alter nicht aus ihrem gewohnten Umfeld, ihrem jahrelang abbezahlten Haus ausziehen möchten, pflichtete der ehemalige Bürgermeister bei. „Wir können nicht alle erreichen, doch wir können es als positives Beispiel vorleben.“

  • 13.09.2019 - Blumenviertel erhält Wohnkomplex für Senioren

    Sanivest investiert in Ilmenau sechs Millionen Euro. Bitte an die Stadt um flexiblere Bebauungspläne
    Von André Heß, Thüringer Allgemeine

    Ilmenau. Noch vor Beginn der Veranstaltung am Donnerstagnachmittag begrüßte das Ordnungsamt der Stadtverwaltung die Falschparker im Blumenviertel mit einem Knöllchen. Die Politesse hatte kein Verständnis dafür, dass hier kurzzeitig eine Großveranstaltung stattfindet und Parkplätze ringsum rar sind. Darüber regten sich anschließend auch die Bauherren und Stadträte auf.

    Als das Richtfest für den Pflege- Wohn-Komplex an der Erfurter Straße dann begann, war die Politesse aber nicht mehr dabei. Die Sanivest Projekt GmbH hat nach dem Mehrgenerationenhaus darunter nun das zweite Wohnprojekt für ältere Menschen im Wohngebiet Am Friedhof gebaut. Sie investiert sechs Millionen Euro und schafft 2100 Quadratmeter Wohnfläche sowie eine Tiefgarage.

    Im Erdgeschoss werden sich Räumlichkeiten zur Kurzpflege für 15 Personen befinden, darüber sind zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für neun und zehn Bewohner vorgesehen. Im 2. Obergeschoss finden zehn Wohnungen für betreutes Wohnen als Zwei-Raum-Appartements ihren Platz. Insgesamt würden in dem Haus 60 Personen sein, sagte Geschäftsführer Thoralf Bäring auf Nachfrage unserer Zeitung. Er wünschte nach dem Richtspruch durch den Zimmermann seinem Partner Jenz Hertzer, der neben ihm stand, beste Genesung.

    Die Apo Car Pflegedienst GmbH erbringt als langjähriger Kooperationspartner alle Pflegedienstleistungen im ambulanten und stationärem Bereich.

    Laut Bäring fehlen in Deutschland drei Millionen Wohnungen für altersgerechtes Wohnen. Die Niedrig- und Minuszinsen der Banken findet er nicht schlecht, da würden die Leute zum Investieren ermuntert, zum Beispiel in Eigentumswohnungen, wie sie auch die Sanivest anbietet. Er dankte den Bauleuten, für die es auch Getränke und Bratwurst gab, es habe alles sehr gut geklappt. Den Dank an die Stadt verband er mit der Bitte, doch Bebauungspläne flexibler zu gestalten und nicht alles in Stein zu meißeln.

  • 09.07.2019 - Im Ilmenauer Blumenviertel sollen Senioren sich wohlfühlen

    Oberhalb von einer Senioreneinrichtung entsteht ein Pflegewohnkomplex. CDU will Generationenbeauftragten
    Von André Heß, Thüringer Allgemeine

    Ilmenau. Die Erfurter Straße fällt in der letzten Zeit durch lange Autoschlangen auf, da der Verkehr mit einer Ampel geregelt wird. Gleich zwei Großbaustellen sind dort im Gange. Zum einen erschließt eine Tiefbaufirma das städtische Wohngebiet Am Friedhof West, zum anderen baut das Immobilienunternehmen Sanivest Projekt GmbH direkt an der Straße einen Pflegewohnkomplex im Blumenviertel des Wohnungsbaugebietes Am Friedhof Ost.
    Das Unternehmen hat sich als Kerngeschäft auf die Erstellung eigener Projekte im Bereich des Senioren-Wohnens konzentriert. Es errichtet Wohnanlagen, die „Betreutes Wohnen“, „Ambulant betreute Wohngemeinschaften“ und bei Bedarf eine Tagespflege vereinen, aber auch Projekte zum Mehrgenerationen- Wohnen. Dabei werden selbstständig agierende Senioren- Wohngemeinschaften mit jungen Familien in einem Haus vereint. Ein solches Gebäude steht bereits hinter dem im Bau befindlichen Haus, hier wohnen zehn Personen.
    Wie Geschäftsführer Thoralf Bäring unserer Zeitung auf Nachfrage sagte, habe man dort noch zwei Wohneinheiten frei. Das liege daran, dass dieses Wohnen im Asternweg ohne zusätzliche Pflegeangebote ist. Ältere Menschen würden sich aber damit schwer tun, sich im Alter, aber noch nicht auf Pflege angewiesen, für eine häusliche Veränderung zu entscheiden. Das würden sie lieber ihren Angehörigen überlassen, wenn dann der Pflegefall eingetreten ist.
    Bei einem Baustellenbesuch machte sich jüngst Landtagsabgeordneter Andreas Bühl (CDU) ein Bild vom aktuellen Stand des Bauprojekts für den Pflege-Wohn-Komplex im Blumenviertel. Geplant seien zehn moderne Einheiten für Betreutes Wohnen, in denen man eine Wohnung habe, aber auf den Pflegedienst im Haus bei Bedarf zurückgreifen könne. Jedes dieser altersgerechten 2-Raum- Apartments habe einen effektiven Grundriss. Wohn- und Schlafzimmer, Loggia, Bad und separater Abstellraum finden sich hier. Im Erdgeschoss entstehen Räumlichkeiten für eine Kurzzeitpflege für 15 Personen.
    Zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für jeweils neun und zehn Bewohner finden im 1. Obergeschoss ihr neues Zuhause. Die von Grünpflanzen umrahmte Dachterrasse stehe den Bewohnern des Betreuten Wohnens im 2. Obergeschoss zur Verfügung. Sie soll Treffpunkt und Begegnungszentrum sein, sagte Bäring. Im Herbst diesen Jahres sei das Richtfest geplant, im Frühjahr 2020 soll die Anlage fertiggestellt werden. Die Pflegeleistungen übernehme das Unternehmen Apo Care aus Langewiesen.
    Dass den Sanivest-Bewohnern aus dem Asternweg dahinter dann durch den Neubau auf ihrer Terrasse die Sicht in Richtung Erfurter Straße verstellt ist, sieht der Geschäftsführer nicht als Problem. Man baue mit einer Holzfassade schließlich ein sehr ansprechendes Gebäude.
    Gebaut hat die Firma auch in Beilstädt ein Pflegeheim und bei Chemnitz einen Komplex für betreutes Wohnen. Zwei Projekte in Bad Sulza und Neudietendorf seien in Vorbereitung. Inzwischen würden sie insgesamt in ihren Wohnungen 250 Bewohner haben.
    Hinsichtlich des zunehmenden Bedarfs an Pflegeplätzen in der Region müsse die Politik Vorsorge treffen, damit Menschen die nötige Unterstützung bekommen und, so lange es geht, selbstbestimmt den Lebensabend genießen können, sagte Andreas Bühl.
    Deshalb brauche es einen weiteren Ausbau von Seniorenwohnangeboten unterschiedlichster Art, aber auch Hilfe bei alltäglichen Fragen für ältere Mitmenschen. Deshalb soll, so die Pläne der Kreis-CDU, im Ilm-Kreis ein Seniorenamt als Ansprechpartner für ältere Menschen bei Fragen zu Behörden und öffentlichen Stellen geschaffen werden.
    In Ilmenau halte man einen Generationenbeauftragten bei der Stadtverwaltung als festen Ansprechpartner für den ehrenamtlich arbeiteten Seniorenbeirat sowie den Kinder- und Jugendbeirat für notwendig.

  • 16.03.2019 - Anlage mit Platz für 44 Senioren entsteht in neuem Wohngebiet

    Eine Ilmenauer Bauherrengemeinschaft investiert rund fünf Millionen Euro. Fertigstellung ist für Frühjahr nächsten Jahres geplant
    Von Ralf Ehrlich, Thüringer Allgemeine

    Ilmenau. Eine große Baugrube, Kran, Bagger und Bauarbeiter künden am Rand des neuen Wohngebietes „Am Friedhof Ost“ von reger Bautätigkeit. Ein „Pflege-Wohn-Komplex im Blumenviertel“ soll da entstehen, wo bislang freie Fläche war. An der Ecke Erfurter-/Blumenstraße will die Bauherrengemeinschaft aus Provobis, Sanivest Wohnen und Sanivest Projekt bis zum Frühjahr nächsten Jahres eine barrierefreie Wohnanlage errichten.
    „Im Erdgeschoss entstehen 15 Einheiten für ein modernes Pflegewohnen. Diese Einheiten werden für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege genutzt“, sagte Jens Hertzer. Der Architekt ist zugleich einer der beiden Sanivest- Geschäftsführer. Er sieht in der Region einen großen Bedarf für solche Pflegeangebote.

    Obergeschosse sollen Holzfassade bekommen

    Im ersten Obergeschoss sehen die Planungen zwei ambulant betreute Seniorenwohngemeinschaften vor. Sie sind für neun und zehn Personen ausgelegt. Zehn Einheiten für ein betreutes Wohnen sollen im zweiten Obergeschoss entstehen, so Hertzer weiter. „Durch diese unterschiedlichen Nutzungsvarianten im Bereich des Seniorenwohnens sind wir in der Lage, viele sich daraus ergebende Synergieeffekte optimal zu nutzen.“ Dieser Neubau werde dazu beitragen, dringend benötigte Einheiten für Senioren zu schaffen und zumindest einen kleinen Teil des allgemeinen Bedarfs zu befriedigen.
    Der quadratische Baukörper soll im Keller- und Erdgeschoss aus Stahlbeton und Kalksandstein gebaut werden. Darüber ist ein zweigeschossiger Massivholzbau mit einer Holzfassade geplant. Das oberste Geschoss bekommt einen Innenhof für die Einheiten des betreuten Wohnens, so der Architekt weiter. Im Kellergeschoss des Objektes sind zehn Tiefgaragenstellplätze und vor dem Eingangsbereich weitere Stellplätze für das Kurzzeitparken vorgesehen.
    Die Außenanlagen sollen für alle Bewohner nutzbar sein. Der geplante Aufzug ermöglicht eine barrierefreie Erschließung aller Geschosse. Im Kellergeschoss befinden sich dann ein Multifunktionsbereich für Gymnastik, Feiern, Lesungen usw.
    „Unser Investitionsvolumen für die Herstellung der Anlage beträgt rund fünf Millionen Euro“, sagt Hertzer.
    Unterhalb des Baugrundstücks im Asternweg ist erst im Vorjahr ein Mehrgenerationenhaus entstanden. Sanivest investierte als Bauherr etwa zwei Millionen Euro. Die Bewohner der Appartements finden sich in einem Gemeinschaftsraum zum Kochen, Essen und Klönen am Kamin zusammen. Sie haben von hier aus Blick auf die Terrasse. Ihre eigenen Wohnungen sind 34 Quadratmeter groß, hinzu kommt der Gemeinschaftsbereich. Im Keller gibt es einen Fitnessraum mit Sauna.
    Die Idee dahinter sei, dass noch rüstige ältere Leute, die inzwischen allein leben müssen, ihren Wohnraum reduzieren und zugleich neue Gesellschaft finden können, erläuterte Hertzer. In der ersten Etage des Mehrgenerationenhauses finden sich drei Dreiraum-Wohnungen. Dort gibt es auch Dachterrasse und Hochbeete.
    Seniorengerechten Wohnraum hat das Unternehmen auch mit der Engelsmühle in Langewiesen und einem Wohnhaus in Neudietendorf geschaffen. Ein Pflegewohn-Komplex entstand in Auerstedt. Sanivest konzentriert sich nach eigenen Angaben auf die Erstellung eigener Projekte im Bereich des Senioren- Wohnens.

  • 09.03.2019 - Pflegeheim macht Senioren-Paradies bald komplett

    Die Firma sanivest Holding investiert weiter in Neudietendorf. Dritter Komplex soll das Angebot abrunden
    Von Hartmut Schwarz, Thüringer Allgemeine

    Neudietendorf. Noch ist es rundherum kahl und sieht nach Baustelle aus – für die ersten Bewohner des Seniorenheimes ist es aber jetzt schon ein kleines Paradies. Nach einen knappen Jahr Bauzeit zogen Anfang Dezember die ersten Senioren in ihr neues Quartier „Am Zinzendorfpark“ und haben sich sofort damit identifiziert. Jeder hat sein eigenes Zimmer, sein eigenes individuell eingerichtetes Reich – und auf jeder der drei Etagen gibt es einen Mittelpunkt, an dem gekocht, gefeiert, gespielt und geplauscht wird. Ganz nach Belieben.
    Eingezogen ins neue Quartier sind auch die zwei Senioren- WG’s, welche sich bereits 2008 im Chorhaus der Neudietendorfer Zinzendorfstraße gegründet hatten. Umgezogen ist auch das Seniorenbegegnungszentrum „Johannes Meissel“.

    Nur zwei Plätze sind im Neubau noch frei

    Neudietendorf hat damit, als gefragte Adresse für die Senioren der Region eine weitere Stufe erreicht. Denn jetzt gibt es in der Bechsteinallee (der ehemaligen Gartenstraße) Betreutes Wohnen und betreute Wohngemeinschaften nebeneinander. 24 Plätze in drei Wohngemeinschaften und 18 Plätze für betreutes Wohnen. Nur zwei Plätzte sind im Neubau noch frei, weiß Objektleiterin Kerstin Eck. Inzwischen sind es 60 Mitarbeiter, die sich um das Wohl der Senioren kümmern.
    59 Jahre alt ist der jüngste WG-Bewohner, 95 Jahre alt die älteste. Gerda Leinhos ist vor acht Jahren in ihre Heimat zurückgekehrt, nachdem sie fast ihr ganzes Leben in Erfurt verbrachte. Vor ihrer Rückkehr lebte sie sechs Jahre allein, sagt Objektleiterin Kerstin Eck. Die Rückkehr nach Neudietendorf habe sie richtig aufgebaut. Was vor allem der Gesellschaft der Mitbewohner und den Angeboten des HK Pflegedienstes zu verdanken sei.
    Über die Jahre wurde das Wohnkonzept stetig ausgebaut. Es gab mehrere Umzüge in verschiedene Unterkünfte. Jetzt scheint das Ziel erreicht. Ermöglicht wurde dies von der Ilmenauer Sanivest-Gruppe. Und es geht weiter. Denn wie Geschäftsführer Thoralf Bäring ankündigte, soll der Seniorenstandort durch einen weiteren Baustein ergänzt werden.
    Geplant sei, zeitnah noch ein kleines Pflegeheim in Neudietendorf zu bauen, für die Senioren, die eine intensivere Betreuung benötigen, als es im Betreuten Wohnen möglich ist. Etwa 16 Plätze sollen darin zur Verfügung stehen. Derzeit werde mit der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt nach einem geeigneten Standort gesucht – mitten im Ort. Innerhalb der kommenden drei Jahre soll der Plan umgesetzt werden. Eine ausgebildete Heimleiterin sei bereits vor Ort.

  • 23.02.2019 - Pflege-Wohnkomplex in Bad Sulza geplant

    Medizinische Krankenpflege Zwinscher will etwa vierMillionen Euro investieren
    Von Martin Kappel, Thüringer Allgemeine

    Bad Sulza. Für positive Reaktionen sorgte am Donnerstagabend die Vorstellung der Pläne für einen neuen Pflege-Wohnkomplex vor dem Stadtrat der Kurstadt. Die Medizinische Krankenpflege Zwinscher und Sanivest Projekt stellten ein entsprechendes Projekt in Bad Sulza mit einem Bauvolumen über vier Millionen Euro vor. Der Viergeschosser soll eine Nutzfläche von 1040 Quadratmetern besitzen und zwischen Thälmannring und Auf dem Walzel in die Höhe wachsen. Doch vorher muss ein Teil des alten Edeka-Marktes abgerissen werden. Dieser ragt nämlich zur Hälfte auf das 1588 Quadratmeter große Grundstück hinein. Nach jetziger Planung lassen die Gegebenheiten vor Ort auch einen späteren Anbau zu, erklärt Bauplaner Jens Hertzer von sanivest während seiner Präsentation. Zu den Details: Im Erdgeschoss des Pflege-Wohnkomplexes sind 22 Tagespflegeplätze geplant. Auch soll dort eine physiotherapeutische Einrichtung unterkommen. Das erste und zweite Obergeschoss beinhaltet nach jetzigem Stand je eine Wohnküche, wo gegessen werden kann und das soziale Leben stattfindet, sowie je eine große Wohngemeinschaft. Eine solche Groß-WG setzt sich pro Etage aus jeweils zwölf kleineren Wohneinheiten zusammen. Jeder Bewohner bekommt ein eigenes Badezimmer mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Auf einer der beiden Etagen soll auch ein Gemeinschaftsraum eingerichtet werden, ein Partyraum, wie Geschäftsführer Sascha Zwinscher den Stadträten erklärt. Sollten die Langzeitbewohner etwa Geburtstag feiern und der Platz für Gäste in den Wohnungen knapp werden, stehe der Raum zur Verfügung. Als zweiten Sonderraum soll ein spezielles Badezimmer mit behindertengerechter Badewanne und weiterer Ausstattung eingerichtet werden. Das dritte Obergeschoss schließlich setzt sich aus sieben größeren 2-Raum-Wohnungen zusammen, die ebenfalls altersund behindertengerecht werden sollen. Im Vergleich zu den Tagespflegeplätzen und den ambulant betreuten Wohngemeinschaftsplätzen, können diese Bewohner die Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie wollen. Etwa in Notfällen oder aber geplant über den Pflegedienst. Der Bauantrag sei abgegeben, erklärt Geschäftsführerin Christine Zwinscher. Mit einer Baugenehmigung wird Ende Mai, Anfang Juni gerechnet. Wenn alles klappt, könnten bereits im späten Herbst dieses Jahres die Bagger anrollen.

  • 05.02.2019 - Alters-WG statt Altersvorsorge?

    sanivest Ilmenau zeigte OB Schultheiß und seinen Mitarbeitern eine neue Form des altersgerechten Wohnens im Ilmenauer Blumenviertel. Sogar ein Wohnen zur Probe wird angeboten.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Ilmenau – Nichts weniger als einen Paradigmenwechsel forderte Oberbürgermeister Daniel Schultheiß am vergangenen Freitag, während er auf Einladung der Firma Sanivest den funktionellen Neubau für seniorengerechtes Wohnen am Asternweg besuchte. Die beiden Sanivest-Geschäftsführer Thoralf Bäring und Jens Hertzer hatten den OB, IWG-Chefin Karsta Rödiger und weitere offizielle Vertreter der Stadt wie Bauamtsleiter Thomas Schäfer und die Stadträte Kurt Retzlaff (Bauausschussvorsitzender) und Rolf Macholdt zur Besichtigung mit Mittagessen aus der hauseigenen WG-Küche eingeladen.
    Im Asternweg 2 (Wohngebiet Blumenviertel) wohnen derzeit zwei Seniorinnen in der Sechser-Wohngemeinschaft im Erdgeschoss; von den drei seniorengerechten Wohnungen im Obergeschoss sind zwei belegt. Thoralf Bäring rechnete aus, dass seinem Wissen nach rund 6700 Menschen in Ilmenau über 65 Jahre leben, für die diese Wohnformen zugeschnitten sind.

    Günstiger als Eigenheim

    Auch die Rechnung, die er mit zwölf Euro Kaltmiete und 3,50 Euro Betriebskosten pro Quadratmeter für die Mikro-Wohnung der Wohngemeinschaft (WG) und den Drei-Zimmer- Wohnungen im Obergeschoss aufmachte, stimmte: „Die Kosten für unsere Wohnungen sind letztendlich nicht höher, als sie ein Ehepaar oder eine allein wohnende Person im eigenen Haus hat.“
    Die unvorhergesehenen Belastungen für die Senioren seien da nicht mit drin. Demgegenüber stellten Bäring und Hertzer solche Vorteile wie Sportraum und Sauna im Keller und einen frei nutzbaren Garten hinterm Haus mit Gewächshaus heraus. Bauamtsleiter Thomas Schäfer nannte das Haus im Asternweg 2 „eine weitere Facette unter den Angeboten für altersgerechtes Wohnen“. Er vermutet aber bei vielen potenziellen Senioren so etwas wie „Schwellenangst“ vor Neuem.
    An dieser Stelle setzte Schultheiß mit seiner Forderung nach einem Paradigmenwechsel an: Er stellte das eigene Haus als viel gepriesene Altersvorsorge in Frage. Hinzu komme, dass bisher seniorengerechtes Wohnen meist mit einem Pflegeansatz verbunden ist. „Eigenverantwortung und die Entscheidungen auch im Alter selbst zu treffen, das fällt vielen Senioren noch schwer. Darauf haben sich viele nicht eingestellt.“
    Unwissen über das Haus im Asternweg 2 sei ohnehin noch sehr verbreitet, erzählte Thorsten Bähring: „Auch nach fast einem Jahr denken noch immer viele Ilmenauer, hier im Asternweg 2 befindet sich ein Kindergarten oder ein Pflegeheim.“
    Nicht nur die beiden WG-Bewohnerinnen Karin Bäring und Irene Hardt waren von dem Wohnangebot und den dazugehörenden Dingen angetan. „Was ich wollte, hat sich erfüllt“, sagte Irene Hardt, die von Berlin nach Ilmenau umgezogen ist. Allerdings wissen die beiden WG-Bewohnerinnen auch, was potenzielle Mitbewohner derzeit am Haus stört: „Die Baustelle; die mangelnde Infrastruktur, keine Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, keine Busverbindung.“ Erst wenn diese strukturellen Mängel überwunden sind, rechnen die Seniorinnen mit mehr Zuspruch.
    Nicht alle Argumente sind für die beiden Geschäftsführer vollständig nachvollziehbar. Sie haben in Gesprächen auch erfahren, „dass die dominierende Farbe Anthrazit am Haus oft noch mehr Diskussionsstoff bietet als die Kosten für die Wohnung oder die Wohngemeinschaft.“
    Jetzt versuchen es die Geschäftsführer mit einer Überzeugung durch das Faktische: Probewohnen im Asternweg 2 ist angesagt. „Wie lange so ein Probewohnen dauert, wird individuell vereinbart.“ Dass danach gleich ein Umzugstermin gebucht wird, ist zwar nicht sicher, aber nach Überzeugung von Thoralf Bähring und Jens Hertzer nicht ausgeschlossen.

  • 02.02.2019 - Zwei Bewohnerinnen weihen Küche in Alters-WG ein

    Vier Appartements in Ilmenau im Wohngebiet „Am Friedhof“ noch frei. Eine Wohnung wird zum Probewohnen möbliert
    Von André Heß, Thüringer Allgemeine

    Ilmenau. Unterhalb der Erfurter Straße im Wohngebiet „Am Friedhof Ost“ im Asternweg ist ein Mehrgenerationenaus entstanden. Jens Hertzer und Thoralf Bäring, Geschäftsführer der „sanivest Projekt GmbH“, luden am Freitag Stadträte, Amtsleiter und Oberbürgermeister zu einer Besichtigung und zum Mittagessen ein. Dabei erlebte die Gemeinschaftsküche ihre Premiere am Herd, auch für die beiden Bewohnerinnen der zwei von sechs zur Verfügung stehenden, barrierefreien Appartements. Karin Bäring aus Oberpörlitz und Irene Hardt aus Berlin sind hier seit Juni und Juli 2018. Dass sie noch keine Mitbewohner für die Alters-Wohngemeinschaft bekommen haben, lasten sie der bisher noch fehlenden Infrastruktur im Wohngebiet an. Es fehle noch an Einkaufsmöglichkeiten und an einer Busverbindung in die Stadt, sagen sie. Sanivest investierte als Bauherr etwa zwei Millionen Euro in die „neue Form des kommunikativen Wohnens“, die sie auch schon im vorigen Jahr zu einem Tag der offenen Tür in Vorträgen und Führungen vorstellten. Die Bewohner der Appartements finden sich in einem Gemeinschaftsraum zum Kochen, Essen und Klönen am Kamin zusammen. Sie haben von hier aus Blick auf die Terrasse und auf ein großes Bücherregal. Ihre eigenen Wohnungen sind 34 Quadratmeter groß, hinzu kommt der Gemeinschaftsbereich. Die Miete beträgt pro Quadratmeter 12 Euro kalt plus 3,50 Euro an Betriebskosten. Im Keller gibt es einen Fitnessraum mit Sauna. Die Idee dahinter sei, dass noch rüstige ältere Leute, die inzwischen allein leben müssen, ihren Wohnraum reduzieren und zugleich neue Gesellschaft finden können, erläuterte Hertzer. Aber das sei für die Einzelnen gar nicht so einfach, das Liebgewohnte zurückzulassen. In der ersten Etage des Mehrgenerationenhauses sind zwei von drei Dreiraum-Wohnungen von jungen Familien belegt, eine steht noch frei. Dort gibt es auch Dachterrasse und Hochbeete. Bauausschuss-Vorsitzender Kurt Retzlaff (CDU) fragte die Bauherren nach der auffälligen Fassadengestaltung. Man wollte mit dem Baustoff Anthrazit (schwarz) an die Schieferproduktion erinnern, sagte Hertzer. Es wäre auch ein Trugschluss, dass das Gebäude ein Kindergarten oder Pflegeheim sei, wie die Bauherren hörten. Vor das Gebäude baut Sanivest einen Senioren-Pflege-Wohnkomplex. Seniorengerechten Wohnraum hat das Unternehmen auch mit der Engelsmühle in Langewiesen und einem Wohnhaus im Zinsendorfer Park in Neudietendorf geschaffen.

2018

  • 17.11.2018 - Ilmenauer Sozialausschuss schaut sich in Langewiesen um

    Sozial- und Gleichstellungsausschuss des Ilmenauer Stadtrates tagt im Ortsteil Langewiesen. Informationen zu Tagespflege für Rentner.
    Von  Karl-Heinz Veit, Thüringer Allgemeine

    Langewiesen. Der Sozial- und Gleichstellungsauschusses des Ilmenauer Stadtrates tagte Donnerstagabend im Ortsteil Langewiesen in der „Engelsmühle“. Der Name des Objektes für „Betreutes Wohnen und Tagespflege“ geht auf Langewiesens Stadtgeschichte zurück, als es an der Ilm noch etliche Mühlen gab. Vor drei Jahren mitten im Zentrum im Areal von Kirche, Rathaus und Heinse- Haus baute die Firma „Sanivest“ einen ins Gelände passenden Gebäudekomplex. Auf drei Etagen in mehreren, miteinander verbundenen Häusern, wo es innenliegende, geschützte Freiflächen gibt, hat sich im Erdgeschossbereich die „Tagespflege Ilmtal“ des privaten Pflegedienstes „Apo Care“ eingemietet. 21 Tagespflegegäste werden dort wochentags betreut.

    Dr. Gunter Jacob- er ist selbst Ausschussmitglied- hatte zur Besichtigung des Wohnkomplexes eingeladen, um den Mitgliedern am Beispiel der „Tagespflege“ anschauliche Informationen über Betreuungsmöglichkeiten von bedürftigen Senioren außerhalb ihrer eigenen vier Wände zu geben.

    „Tagespflege“, so könnte man mit leicht sarkastischem oder auch scherzhaftem Unterton das Betreuungsangebot zusammenfassen, ist die „Kita für Alte“. Dieser Gedanke drängte sich förmlich auf, als Objektleiterin Antje König die interessierten und nachfragenden Ausschussmitglieder durch die Aufenthalts-, Beschäftigungs- und Therapieräume führt und das Betreuungs- und Beschäftigungskonzept erläutert.

    Die Tageszeit von morgens, wo die Gäste vom Fahrdienst gebracht und am Nachmittag wieder abgeholt werden, ist streng strukturiert. Fixpunkte sind die Mahlzeiten, die Mittagsruhe. Zwischenzeitliche wird ein Auswahl- Beschäftigungsprogramm für drei Gruppen absolviert. Dass die „Demenzgruppe“ ihr spezielles Angebote bekommt, versteht sich von selbst. Insgesamt 7 Betreuer als Fach- und Hilfspersonal leisten mit zusätzlichen Stundenkräften die aufwändige Betreuungsarbeit. An zwei Tagen wird mit den Klienten selbst gekocht und gebacken. Zum Ritual ist es geworden, auf den Langewiesener Wochenmarkt zu bummeln und sich dort immer wieder neue Eindrücke vom „Leben draußen“ zu holen.

    In die Tagespflege kommen Senioren über Antrag an die Krankenkasse, die einen Großteil der Leistungen zahlt. Auch ohne Antrag kann um Aufnahme ersucht werden, wo dann 10 Euro pro Tag auf den üblichen Zuzahlbetrag zu entrichten sind.

    Die Kapazität der „Engelsmühle“ ist in allen Bereichen total ausgelastet und es gibt lange Wartelisten. „Man sollte sich im fortgeschrittenen Alter rechtzeitig für einen Platz in solchen Häusern wie diesen entscheiden, sonst muss man in der Notsituation mit einem zugewiesenen Platz in irgendeinem Heim vorlieb nehmen“, rät Thoralf Bäring, dessen Firma „Sanivest“ an der Erfurter Straße in Ilmenau noch ein zweites Objekt für „Betreutes Wohnen“ baut.

  • 14.09.2018 - Projekt „Alte Schule“ wächst dank Holzbauweise rasant

    Richtfest in Auerstedt: Im Januar sollen die ersten Bewohner und Mitarbeiter am Mallendorfer Weg einziehen
    Von Michael Grübner, Thüringer Allgemeine

    Auerstedt. In rasantem Tempo hat der neue Pflege-Wohn-Komplex „Alte Schule“ in Auerstedt Gestalt angenommen: Von der Grundsteinlegung Ende Juni bis zum gestrigen Richtfest sind genau elf Wochen vergangen. „Wir werden unseren Zeitplan einhalten“, war sich Sascha Zwinscher gestern sicher. Das ambulante Pflegedienst-Unternehmen, das er mit seiner Mutter Christine und seinem Bruder Frank in Apolda betreibt, stellt am Mallendorfer Weg in Auerstedt in einer Partnerschaft mit der Firma Sanivest aus Ilmenau ein knapp vier Millionen Euro teures Projekt auf die Beine.
    Schon die ersten Hürden nahm man quasi im Galopp: Anfang 2017 entschlossen sich die beiden Unternehmen, das Gelände rund um die ehemalige Auerstedter Schule zu kaufen und daraus eine Heimstatt für pflegebedürftige Senioren zu machen. Unter anderem der ehemalige Bad Sulzaer Bürgermeister Johannes Hertwig hatte ihnen die Immobilie schmackhaft gemacht und freute sich gestern als Richtfest-Gast, was daraus geworden ist. Zu den rund 2000 Quadratmetern Gemeinde- Land mussten Zwinscher und Sanivest noch knapp 1000 Quadratmeter von den Nachbar- Grundstücken dazukaufen. Danach begannen Planungen und Bedarfsermittlungen. Im September 2017 passierte das Projekt den Bauausschuss des Stadtrates, am 9. März begannen die ersten Abrissarbeiten. Weichen musste der neuere Teil des ehemaligen Schulgebäudes, das seit dem Jahr 2000 leer steht. Das alte Hauptgebäude blieb stehen, wurde entkernt und gründlich saniert und bildet einen Teil des neuen Komplexes. Der Pflegedienst Zwinscher wird seinen Haupt-Firmensitz von der Apoldaer Dornsgasse hierhin verlegen, in der Glockenstadt verbleibt ein Büro in der Bahnhofstraße.

    Hinzu kommen zwei neue Gebäudeteile – einer enthält zwölf Plätze für sogenannte Kurzzeitpflege, gedacht für Patienten, die sich etwa nach Operationen erholen oder deren Familien Urlaub nehmen – im Regelfall liegt die Aufenthaltszeit bei bis zu vier Wochen, in einigen Fällen kann es auch mehr sein.Im anderen Flügel wird es zwölf Zweiraum-Wohnungen für Pflegebedürftige geben. Im ehemaligen Schulgebäude findet zudem eine Wohngemeinschaft für maximal zehn pflegebedürftige Senioren Platz. Durch eine zentral gelegene Fahrstuhl-Anlage sind alle Teile barrierefrei.
    Die Nebauten sind vor allem so schnell gewachsen, weil die Investoren sich für Massivholz- Bauweise entschieden haben – da gibt es viele vorgefertigte Teile, das spart Zeit und Arbeitskräfte. Im Januar sollen die ersten Bewohner und Mitarbeiter einziehen. Die Firma Zwinscher beginnt in diesen Tagen mit der Personal-Suche und will ihren Stamm von aktuell 27 auf rund 40 Mitarbeiter aufstocken.

  • 19.06.2018 - Im Alter in die Wohngemeinschaft ziehen

    Investor baut „Am Friedhof Ost“ einMehrgenerationenhaus und plant davor noch einen Senioren-Pflege-Wohnkomplex
    Von André Heß, Thüringer Allgemeine

    Ilmenau. Unterhalb der Erfurter Straße im Wohngebiet „Am Friedhof Ost“ entsteht im Asternweg ein Mehrgenerationenaus. Bereits im Juli soll der Bau fertig sein, sagte Jens Hertzer, Mitgeschäftsführer der „sanivest Projekt GmbH“. Sie investiert als Bauherr etwa zwei Millionen Euro. Mit einem Tag der offenen Tür stellte man die „neue Form des kommunikativen Wohnens“ in Vorträgen und Führungen vor.

    Barrierefrei entstehen im Erdgeschoss sechs Appartements für eine Alters-Wohngemeinschaft, die sich dann in einem Gemeinschaftsraum zum Kochen, Essen und Klönen am Kamin treffen kann. Von hier aus können sie auf die Terrasse und Wiese gehen, was aber noch im Entstehen ist. Ihre Wohnungen sind 36 Quadratmeter groß. Man habe bereits Mieter und Interessenten gefunden, aber noch immer Kapazitäten, sagte Hertzer. Die Warmmiete betrage mit allen Nebenkosten zirka 800 Euro, dazu gehört auch im Keller die Nutzung eines gemeinsamen Fitnessraumes mit Sauna.
    Die Idee dahinter sei, dass noch rüstige ältere Leute, die inzwischen allein leben müssen, ihren Wohnraum reduzieren und zugleich neue Gesellschaft finden können, erläuterte Hertzer. Sie müssten sich jedoch zunächst gegenseitig suchen und finden, damit auch später ein harmonisches Zusammenleben in der neuen Wohnform in Aussicht steht.
    In der ersten Etage des Mehrgenerationenhauses werden drei Dreiraum-Wohnungen für junge Familien angeboten. Sie finden teilweise begrünte Dachterrassen vor.
    Seniorengerechten Wohnraum hat das Unternehmen auch mit der Engelsmühle in Langewiesen und einem Wohnhaus im Zinsendorfer Park in Neudietendorf geschaffen. Auch in Ilmenau soll es das noch nicht gewesen sein. Vor das Mehrgenerationenhaus gesellt sich an die Erfurter Straße ein Senioren-Pflege-Wohnkomplex für die Kurzzeitpflege für 15 Personen, zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften für 19 Bewohner sowie zehn Wohnungen für Betreutes Wohnen. Baubeginn soll Ende des Jahres sein.

  • 21.04.2018 - Senioren staunten über Wohnangebote im Kreissüden

    Dem Senioren- oder Pflegeheim im späteren Lebensalter setzen Initiatoren im Ilm-Kreis inzwischen viele Wohn-Alternativen entgegen. Am Donnerstag machten sich Senioren auf den Weg, diese zu erkunden – und staunten nicht schlecht.
    Von Thomas Klämt, Freis Wort

    Ilm-Kreis – Selbstbestimmt Wohnen im modernen Heim mit Fahrstuhl und barrierefrei, mit Dachgarten und Sauna oder doch lieber in einer Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten, oder mit ausgesuchter Betreuung oder ganz ohne, vielleicht lieber nur in Nähe seniorengerechter Angebote und mit Hausnotruf oder aber womöglich doch wenigstens mit Tagespflegeangebot oder aber mindestens ambulanter Betreuung: Die Möglichkeiten seniorengerechten Wohnens sprießen auch im Ilm- Kreis, seit sich die Gesetze verändert haben – es gibt erste Alternativen zum herkömmlichen Senioren- oder Pflegeheim. Ein enormes Besichtigungs- Pensum absolvierten 20 Damen und Herren – meist jenseits des 60. Geburtstags – diesen Donnerstag auf Einladung des Komet-Projekts in Begleitung von Bauhaus-Uni, Biosphärenreservat und dem Sozialplaner des Ilm-Kreises.
    Weder scheuten die interessierten Senioren aus verschiedenen Orten des Kreises, die sich für die Exkursion zu „Altengerechten Wohnangeboten in der Region“ für den Sonderbus angemeldet hatten, in Kur befindliche Wohneinrichtungen, noch völlig im Rohbau stehende Erstangebote neuer Wohn-Konzepte in Augenschein zu nehmen. Und das Treppauf, Treppab, das Steigen über Kabel und manches längere Erklärungs-Ständchen lohnten sich. Am Ende wurde ordentlich applaudiert und gedankt, gab es doch sogar einen Wasserflaschenträger als Begleitung angesichts des heißen Tags.

    Absolutes Neuland

    Absolutes Neuland beschreitet mit ihrem Wohn-Konzept für aktive Senioren und Familien die sanivest Projekt GmbH Ilmenau im Asternweg 2 der Uni-Stadt. „Zusammenwohnen“ bietet im Westteil Ilmenaus inmitten des neuen Wohngebiets Blumenviertel mit Einfamilienhäusern auch Senioren eine Chance, zentral zu wohnen. Sechs Appartements für Senioren, denen WG-artig auch ein Gemeinschaftsbereich für Kochen und Kamin im Erdgeschoss zugeordnet ist, bilden mit drei modernen Dreiraumwohnungen für Familien im Geschoss darüber eine Gemeinschaft, die niemanden ausschließt. Während die Wohnungen oben mit Dachgärten und Hochbeeten ausgestattet werden, gibt es im Erdgeschoss grüne Außenanlagen und eine Loggia mit Glastür an den Appartements. Der Schlafbereich wird mit einer Schiebetür abgetrennt. Kleines Extra ist die in den Wohnzimmerfensterrahmen eingelassene Steckdose für den Schwibbogen, wie Architekt Jens Hertzer schmunzelnd vorführt. Im Keller finden sich nicht nur dort übliche Abstellmöglichkeiten, sondern auch die Haussauna und ein Sportraum. Fast schon luxuriös: Der mit Keller gerademal Dreigeschosser verfügt über Fahrstuhl. Ende Juni soll das an feinste Urlaubsquartiere erinnernde Objekt fertig sein, für 6. Mai kündigt Mitgeschäftsführer Thoralf Bäring, 10 bis 15 Uhr, einen Tag der offenen Baustelle an. Die Wohnungen sind kauf- oder mietbar, noch ist nicht alles vergeben.

    Individuelle Note

    Deutlich komplizierter im organisatorischen Konstrukt, dafür aber mit individueller Pflege-/Betreuungsnote ausgestattet, präsentierte sich den Exkursionsteilnehmern in Langewiesen der Ende 2016 in Betrieb gegangene Wohnpark „Zur Engelsmühle“. Im Erdgeschoss hat sich die Tagespflege von Apocare mit ihren Angeboten einquartiert, darüber gibt es zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften mit je zwölf Bewohnern und nebenan zwölf Wohneinheiten für Betreutes Wohnen. Das Hauskonzept dort ist keinem einzelnen Träger untergeordnet, sondern fußt auf einer Dreiteilung, die höchst individuelle Einzelwünsche ermöglicht: 1. Seniorenbetreuung mit ehrenamtlicher Unterstützung, 2. Pflegedienst und 3. Angehörigenmitwirkung. Damit dies alles für die Bewohner funktioniert, sind „im Durchschnitt sechs bis sieben Verträge miteinander abzuschließen“, erklärt Gunter Jacob, ehrenamtlich helfender Familienangehöriger und Controller, den Besuchern das neue Modell. Doch dieser höhere Verwaltungsaufwand lohne, denn er mache das Leben „sehr lebenswert“. Die Bewohner bekommen in allen Fragen die Wahl, vom Essen bis zur Betreuung. Ein Sprecherrat unterstützt das Projekt. Im WG-Teil sind alle Zimmer identisch, es gibt eine Gemeinschaftsküche und einen kleinen Gemeinschaftsraum, aber das Konzept bietet viele Synergieeffekte, die schon im Mietpreis enthalten sind, wie die Nutzung des Tagespflegeraums am Abend. Auch gibt es das Angebot der Verhinderungspflege. Das Solidarprinzip der Gemeinschaft sorge zudem dafür, dass steigende Pflegegrade kostenmäßig nicht angepasst werden, verrät Jacob. Kerstin Krugel, Vize-Angehörigensprecherin der WG „Vergissmeinnicht“, erklärte den Besuchern weitere Details. Ursprünglich im WG-Bereich mit zwei Gruppen gestartet, vermischten sich Demenzkranke und körperlich eingeschränkte Bewohner inzwischen, was auch an den verschiedenen Stadien der Krankheitsverläufe liege. In Großbreitenbach, wo die Rundreise startete, fanden die Teilnehmer im Herrenhaus ein seit 2012 nun schon gut funktionierendes und eingespieltes Konzept der Stadt als Träger: Zwölf barrierefreie Wohnungen mit angesiedelter Tagespflege im gleichen Objekt. Das begeisterte einen teilnehmenden Senioren insbesondere, weil dort auch die Mittagsverpflegung für ihn gegeben wäre, denn selbst kochen kann er nicht, mit geliefertem Essen war er bisher nicht zufrieden. Bauamtsleiterin Kerstin Hoffmann erläuterte den Besuchern das Objekt und bot Einblicke in eine noch freie Balkonwohnung. Pflegestufenpflicht gibt es für die Wohnangebote nicht, doch ist die ambulante Pflege natürlich einschaltbar oder der Hausnotruf oder aber die Tagespflege im Haus nutzbar.

    Vorteil Zentrumsnähe

    Von Vorteil auch seien die unmittelbare Zentrumsnähe und die umliegenden Angebote wie der Seniorenclub. In der stellvertretend besichtigten, momentan freien 64-Quadratmeterwohnung, zeigten sich die Besucher zufrieden. „Das ist keine schlechte Wohnung“, ließ ein Senior die Bauamtsleiterin lächeln, die bestätigte, „nein, schlecht sind die Wohnungen gewiss nicht!“ Lob gab es schließlich durchweg für das Herrenhaus und die Idee dahinter. „Wer sein Haus verlässt und im Alter umzieht, das erfordert Mut“, stellte eine Seniorin eines der Grundprobleme für das anvisierte Klientel fest, „aber dieses Objekt ist wirklich ganz toll. Dann darf man aber nicht oben im Zimmer sitzen und seinem Haus nachtrauern“, sagte die Frau, denn die Alternative wäre das Pflegeheim. Es lohne sich also, solange es noch geht, ein möglichst langes selbstbestimmtes Wohnen zu organisieren. Das Herrenhaus verfügt über Fahrstuhl und Außenanlagen. „Wie lang is’n der Winter in Großbreitenbach“, wollte eine aus dem Tal mitgereiste Seniorin wissen, wohl schon überlegend, ob sie umzieht. „Die schlimmen Winter sind vorbei“, lockte Stadträtin Heidi Enders. Die stellvertretende Pflegedienstleiterin der Tagespflege der Frauengruppe, Birte Ochs, und Vorstandsmitglied Francoise Van Huck standen den Gästen für viele weitere Anfragen rund um die Tagespflege zur Verfügung, die momentan noch freie Plätze bietet. Komet-Projektkoordinator Lucas Weis flocht an dieser Stelle noch weitere seniorengerechte Wohnmöglichkeiten in Großbreitenbach ein, die ihm von der Vorstandsvorsitzenden der Wohnungsgenossenschaft Großbreitenbach, Kerstin Illmann, offenbart worden waren. Diese halte mehrere barrierearme Wohnungen vor, die in Abstimmung mit der WGG auch in manchen Detailfragen ganz individuell gestaltbar seien. Auch dort also könnten sich Interessenten zu seniorengerechtem Wohnen beraten lassen.

    Großzügige Einblicke

    Am Ende der Runde zog Reise-Betreuerin Ulla Schauber von der ins Komet-Projekt involvierten Bauhaus- Uni ein zufriedenes Fazit. Es seien von den verschiedenen Anbietern viele Informationen und großzügige Einblicke gegeben worden. Damit sei das Ziel erreicht, den Interessenten aus der Region vielfältige Möglichkeiten zu präsentieren, altengerecht zu wohnen. An den Betroffenen selbst sei es, rechtzeitig für sich jene Wohnform zu finden, die es ermögliche, „sicher und bequem alt zu werden“, möglichst in der Heimatregion und in Nähe von Freunden und Bekannten. Manche der Teilnehmerinnen zeigten sich von der Rundfahrt so begeistert, dass deren Bekanntenkreis mit Sicherheit zahlreiche Details offenbart werden. Wer die Fahrt verpasste, hat aber auch die Möglichkeit, sich bei den Initiatoren der einzelnen Projekte ganz persönlich zu informieren.

  • 28.03.2018 - Barrierefreie Wohnungen für Neudietendorf

    Gestern wurde der Grundstein gelegt. Bis Ende des Jahres soll die Anlage fertig sein. Investor aus Ilmenau und ortsansässiger Pflegedienst kooperieren
    Von Claudia Klinger, Thüringer Allgemeine

    Neudietendorf. Der Keller ist fertig und der Hochbau für die neue Seniorenwohnanlage in der Gartenstraße in Neudietendorf hat bereits begonnen. Trotzdem wurde erst gestern Nachmittag zur offiziellen Grundsteinlegung in die Ortschaft der Landgemeinde Nesse-Apfelstädt eingeladen. „Bauleute gehen lieber auf Nummer sicher. Und jetzt, nachdem wir unter teilweise extremen Wettbedingungen aus dem Dreck, vor allem aber dem Wasser heraus sind, kann uns nichts mehr aufhalten“, sagte Thoralf Bäring, Geschäftsführer der Firma Sanivest Projekt GmbH aus Ilmenau, die vier Millionen Euro investieren will. Entstehen sollen drei Wohngemeinschaften mit je acht Plätzen sowie 18 Zwei-Raum-Wohnungen. Der gesamte Komplex werde barrierefrei und durch einen Fahrstuhl erschlossen. „Wir haben auch an einen Gemeinschaftsraum und an Abstellplätze für Rollatoren und Elektromobile inklusive Lademöglichkeit gedacht“, macht Bäring aufmerksam. Seit acht Jahren hat sich das Unternehmen auf den Bau von Senioren- und Pflege-Immobilien spezialisiert, „vorwiegend in Thüringen“, sagt Jens Hertzer, ebenfalls Geschäftsführer. Der Bedarf sei groß. Wegen einer Seniorenwohnanlage in Neudietendorf hätten der Landtagsabgeordnete Jörg Kellner und der Nesse-Apfelstädt-Bürgermeister Christian Jacob (beide CDU) bei ihnen nachgefragt. „Wir haben uns alles vor Ort angeschaut, um zu sehen, ob es realisierbar ist“, erklärt Thoralf Bäring. In Neudietendorf passe es. Dazu gehöre auch, dass mit dem HK Pflegedienst aus dem Ort ein guter Kooperationspartner gefunden worden sei. „Wir sind froh, dass wir bald ein solches Angebot für ältere Menschen hier haben. Sie können dadurch in ihrem gewohnten Heimatort bleiben“, sagt Christian Jacob. Doch die neuen Wohnungen bringen der Nesse- Apfelstädt-Gemeinde auch Zuwachs. Christa und Falko Schütz aus Nottleben zum Beispiel, 71 und 74 Jahre alt, haben sich für eine der Wohnungen in Neudietendorf vormerken lassen. „Wir möchten vorsorgen. Jetzt können wir noch Auto fahren. Aber wenn das nicht mehr geht, sind wir in Nottleben ziemlich aufgeschmissen. In Neudietendorf dagegen gibt es alles, was man braucht, in der Nähe“, sagt Falko Schütz. Noch Ende dieses Jahres soll die Wohnanlage bezugsfertig sein, kündigt Thoralf Bäring an. „Uns liegt am Herzen, dass sich die Bewohner hier wohlfühlen. Ich freue mich, dass so viele zur Grundsteinlegung gekommen sind.“ Sie alle konnten nicht nur verfolgen, wie die Hülse mit Zeitdokumenten im Boden versenkt wurde, sondern auch, wie Steppkes aus dem Kindergarten Neudietendorf ihre Handabdrücke in Beton verewigten. Diese Tafel soll später das Treppenhaus des Neubaus verschönern.

2017

  • 17.07.2017 - Tagespflege und Wohngemeinschaft

    Investor der Wohnanlage „Engelsmühle“ in Langewiesen baut ein Mehrgenerationenhaus im Ilmenauer Wohngebiet „Am Friedhof“
    Von André Heß, Thüringer Allgemeine

    Langewiesen. Die „Immobilien GmbH Sanivest“ hat vor drei Jahren den „Wohnpark Engelsmühle“ in Langewiesen gebaut, dessenen Plätze alle belegt sind. Jetzt baut die Firma in Ilmenau im Wohngebiet „Am Friedhof“ im Asternweg ein Mehrgenerationenhaus für zwei Millionen Euro, sagte Jens Hertzer bei einem Besuch des stellvertretenden Langewiesener Bürgermeisters Wolfram Lortsch (parteilos) und des Bundestagsabgeordneten Tankred Schipanski (CDU).
    Das Mehrgenerationenhaus in Ilmenau soll im Erdgeschoss eine Wohngemeinschaft mit sechs älteren Bewohnern und darüber Dreiraum-Wohnungen für junge Familien beinhalten. Auch an Sauna und Fitnessraum werde dabei gedacht.
    Hertzer führte die Gäste durch die Räumlichkeiten der „Engelsmühle“, die gleich mehrer Funktionen übernimmt. In einer Tagespflege werden 21Senioren von fünf Fachkräften durch einen Pflegedienst aus Langewiesen abgeholt, betreut und wieder nach Hause gebracht. Zudem gibt es zwei Kurzzeitplätze, wenn Angehörige in den Urlaub fahren und ihre Lieben nicht ganz allein lassen wollen und können.

    Das Betreuungsangebot von 9 bis 15.30 Uhr beinhaltet auch gemeinsames Basteln, Gedächtnistraining und Spaziergänge. Zum Ausruhen und für den Mittagsschlaf stehen Betten und gemütliche Sessel zur Verfügung.
    Mit Unterstützung eines Pflegedienstes können auch die Bewohner von zwei Wohngemeinschaften mit je 12 Personen rechnen. Für diese Wohnform gäbe es eine Warteliste, sagte Hertzer. In dem Haus, das mit einem Blockheizkraftwerk beheizt wird, gibt es zusätzlich betreutes Wohnen für 12 Leute.
    Derzeit baut „sanivest“ eine solche Wohnanlage in Neudietendorf. Die Nachfrage nach solcher Form des Wohnens im Alter nehme aufgrund der Demografie weiter zu, so der Architekt. Wolfram Lortsch, der zugleich Ortsbürgermeister von Oehrenstock ist, könnte sich ein solches Haus auch in Oehrenstock vorstellen. Dort ist am 25. Juli der Spatenstich für das Wohnungsbaugebiet „Am Berg“.

2015

  • 04.11.2015 - Zurück an die Stelle, wo die Wiege stand

    Die altersgerechte „Engelsmühle“ in Langewiesen erwies sich schon in den ersten Tagen nach ihrer Eröffnung als Anziehungspunkt.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Langewiesen – Sie gehörte zu den ersten Mietern im Haus, als die altersgerechte Wohnanlage Engelsmühle am 1. Oktober ihre Pforten öffnete. „Ich bin ganz stolz auf meine Wohnung“, sagte Gisela Bode und wies auf das gemütliche Wohnzimmer mit Küchenzeile, das Schlafzimmer und auf den Balkon. „Alles mit eigenen Möbeln ausgestaltet“, so die 74-Jährige, die es aus Gehren extra nach Langewiesen gezogen hat: „Nach den vielen Jahren wollte ich wieder zurück an den Ort, wo meine Wiege stand. Die ‚Engelsmühle‘ war da genau richtig. Hier ist es wunderbar. Besser hätte ich es mit der Wohnung und mit dem Personal nicht treffen können.“
    Pflegedienstleiterin Petra Jahnel freute sich natürlich über solches Lob, obgleich sie um die Anziehungskraft der neuen Wohnanlage von „sanivest“, die von APO-Care Langewiesen betrieben wird, weiß: Die zwölf Wohnungen für das betreute Wohnen sind alle belegt. In den beiden Wohngemeinschaften „Harmonie“ und „Vergissmeinnicht“ mit je zwölf Plätzen sind nur noch einige wenige frei. Die Betreuungszahlen im Bereich „Tagespflege“ steigen weiter an. In der Tagespflege wird zwischen Demenz- und Alterspflege in der Betreuung unterschieden. Einschließlich Nachtdienst sind 15 Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz.
    Die Bewohner der „Engelsmühle“ kommen aus Langewiesen, Gräfinau- Angstedt und Gehren, aus Ilmenau und sogar aus Unterweißbach. Das Angebot in der Einrichtung ist dabei sehr differenziert. Im Betreuten Wohnen ist ein selbstständiges und selbstbestimmtes Wohnen allein oder mit Partner beziehungsweise Partnerin möglich. Beides wird genutzt. Eingeschlossen sind hierbei Pflege- und medizinische Leistungen für die Bewohner.

    An alles gedacht

    Auch in den Wohngemeinschaften ist selbstbestimmtes Leben die Grundlage. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer. Die Zimmer sind so angeordnet, dass je zwei Bewohner eine gemeinsame Nasszelle nutzen können. Eine große Wohnküche bildet den Gemeinschaftsraum. Hier findet die Beschäftigung statt, hier wird gegessen, gemeinsam Fernsehen geschaut und gespielt. Der Wohnbereich „Vergissmeinnicht“ ist dabei vorrangig mit Demenzkranken belegt.
    Die Tagespflege steht von 8 bis 16 Uhr zur Verfügung. Der Tag beginnt dort nach der Ankunft der Pflegebedürftigen mit Frühstück, danach gibt es Beschäftigung. Das Mittagessen wird gemeinsam eingenommen, worauf eine Mittagsruhe folgt. Dafür stehen extra 19 so genannte Relax- Sessel und zwei Pflegebetten bereit. Kaffee und Kuchen gibt es nach der Mittagsruhe, und wenn dann noch Zeit ist steht Beschäftigung auf dem Programm.
    Für die Bewohner der Engelsmühle, aber auch für die Tagesgäste stehen auch sogenannte „Snusel-Räume“ mit Wasserbett und Lichteffekten zum Träumen und Abschalten zur Verfügung.

  • 07.05.2015 - Richtfest an der „Engelsmühle“

    Dem neuen Wohn- und Pflegezentrum von Langewiesen wurde am Mittwoch die Richtkrone aufgesetzt. Die Fertigstellung ist bereits für Ende September dieses Jahres geplant.
    Von Gerd Dolge, Freies Wort

    Langewiesen – Mit einem „Chapeau!“ für die Bauarbeiter, die mit ihrer fleißigen Hände Arbeit diesen Bau emporgezogen haben, eröffnete Thoralf Bäring von sanivest Mittwochnachmittag das Richtfest am künftigen „Wohn- und Pflegezentrum zur Engelsmühle“ in der Mühlstraße von Langewiesen. Den Richtspruch hielt Zimmermann und Dachdecker Christian Stepputtis von der Erfurter Firma „antignum“, der mit dem Zerbrechen des Sektglases dem Bau und seinen künftigen Bewohnern viel Erfolg und Glück wünschte.
    Einige der künftigen Bewohner verfolgten die feierliche Zeremonie von den Tischen und Bänken unterm Festzelt aus. Das „Wohn- und Pflegezentrum zur Engelsmühle“ wird nach seiner Fertigstellung, die für Ende September geplant ist, eine Tagespflegeeinrichtung, zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften und zwölf barrierefreie Wohngemeinschaften beherbergen. In dem dreigeschossigen Gebäude stehen insgesamt über 1700 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.
    Thoralf Bäring von Bauherr und Vermieter sanivest freute sich in seiner Ansprache, mit diesem Wohnund Pflegezentrum den älteren Bürgern eine wohnliche Atmosphäre in angenehmer Umgebung schaffen zu können.
    Bürgermeister Horst Brandt blickte weit zurück und erinnerte die Langewiesener und ihre Gäste auf diesem Richtfest daran, dass die Stadt Langewiesen und er persönlich schon vor über 15 Jahren dafür gearbeitet haben, ein größeres altersgerechtes Wohnheim in Langewiesen errichten zu können. Umso mehr freute er sich, in seiner vorletzten Amtsperiode am Richtfest für dieses Wohnheim teilnehmen zu können. Nach geplanter Fertigstellung des Wohn- und Pflegezentrum Ende September/ Anfang Oktober sind nur wenige Monate seit der Grundsteinlegung in dem baulich komplizierten Gelände an der „Engelsmühle“ verstrichen. Das Zentrum wird nach seiner Fertigstellung von „apo care“ Langewiesen betrieben.

2014

  • 05.12.2014 - Altersgerechte Wohnanlage entsteht bis September in Langewiesen

    Gestern Grundsteinlegung für modernes Gebäude mit barrierefreien Wohnungen. Starke Nachfrage nach Angeboten
    Von Arne Martius, Thüringer Allgemeine

    Langewiesen. In Langewiesen wurde gestern offiziell der Grundstein für eine altersgerechte Wohnanlage gelegt. Das Objekt soll im September 2015 eröffnet werden. Bauherr ist das Thüringer Immobilienunternehmen sanivest mit Standorten in Ilmenau und Zimmernsupra bei Gotha. Die Bereiche für das betreute Wohnen werden an den Pflegedienstleister Apocare übergeben.
    Auf dem Gelände in der Langewiesener Mühlstraße 5 entstehen zwölf betreute Wohneinheiten als barrierefreie Zweiraumwohnungen und zwei ambulant betreute Wohngruppen für insgesamt 24 Bewohner. Darüber hinaus gibt es künftig eine Tagespflege mit zwei Gruppen für 25 Pflegeplätze – eine davon mit gerontopsychiatrischer Ausrichtung, erklärte gestern Jens Hertzer von der Sanivest-Unternehmensleitung.

    Neuer Weg soll über das Gelände führen

    Optisch soll sich das Ensemble in die kleingliedrige Bebauung der Mühlstraße einfügen: Die einzelnen Häuser stehen scheinbar frei, werden aber mit Glasverbindern zusammengefügt. Jede Wohnung ist mit einer Loggia ausgestattet, die den Blick ins Grüne ermöglichen soll – wenn die Außenanlagen gestaltet sind. Aufgenommen wurde in das Bauvorhaben auch ein ursprünglich vorhandener Weg von der Klopfgasse in die Mühlstraße, der über das Gelände der altersgerechten Wohnanlage führen und öffentlich sein wird, kündigte Jens Hertzer an. Insgesamt investiert die sanivest in Langewiesen rund vier Millionen Euro.
    Schon jetzt zeigt sich, dass die Entscheidung für den Standort richtig war: Noch vor weit Bauende sind die Quartiere inzwischen schon reserviert, erklärte die Unternehmensleitung. In Langewiesen gab es abgesehen von der Einrichtung im Felsenkellerpark bislang keine Seniorenwohnanlage.
    Für die Stadt endet mit der Bebauung eine gut zehn Jahre währende Geduldsprobe. Auf dem Gelände in der Mühlstraße 5 befand sich früher eine Tankstelle und das Gebäude der „Engelsmühle“ . An dessen Kauf hatte sich die Stadt noch beteiligt, um es im Jahr 2002 abreißen zu können. Seitdem stand die Fläche allenfalls als zusätzliche Parkmöglichkeit bei den großen Märkten in der Stadt zur Verfügung. Man habe sich die 2500 Quadratmeter große Fläche bewusst als innerstädtische Reserve für dieses Vorhaben aufgehoben, erklärte Bürgermeister Horst Brandt (SPD) vor der gestrigen Grundsteinlegung.
    Ein Angebot für altersgerechtes Wohnen in der Stadt, das sei immer auch das Ziel der Lokalpolitiker gewesen.
    Bürgermeister Brandt empfindet die Anlage als wichtig für die Stadtentwicklung: Allein in diesem Jahr wuchs die Einwohnerzahl um 60 Personen. „Häuser stehen in Langewiesen nicht lange leer“, schätzte der Stadtchef ein. Vor allem junge Familien mit Kindern entdecken offenbar zunehmend Langewiesen als Wohnort. Nur für ältere Menschen gab es bislang nicht genügend Möglichkeiten für den Fall, dass sie den eigenen Haushalt gegen ein betreutes Wohnen tauschen wollten. Dieses Problem soll nun der Vergangenheit angehören.